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Mars-Experiment

100 Tage Leben im Container: Mars-Projekt-Forscher zufrieden

"Mars-500" heißt das Projekt, bei dem sechs Männer isoliert in einem Container in Moskau leben, um einen Flug zum Mars zu simulieren. 100 der 520 Tage haben sie hinter sich.
Der Mars ist das Ziel.

Der Mars ist das Ziel.

© dpa (Archiv)

Seit 100 Tagen leben sechs junge Männer total isoliert in einem Container in Moskau für das bisher größte Mars- Experiment in der Geschichte der Raumfahrt. Die „Marsonauten“ seien weiter wohlauf, sagte der russische Versuchsleiter Jewgeni Djomin am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax. „Ihre geistige und körperliche Verfassung ist normal. Keine Klagen“, sagte Djomin.

Ohnehin hätten die Teilnehmer an dem Projekt „Mars-500“ aus Russland, China, Italien und Frankreich gar keine Zeit, sich zu langweilen oder an Abbruch zu denken. Das Projekt endet aber erst nach 520 Tagen - so lange würde eine Mars-Expedition dauern. Die „geplante Ankunft“ auf dem Mars dauere noch weitere 150 Tage.

Das Moskauer „Raumschiff“ erinnert an „Big Brother“. Überall hängen Kameras, dokumentieren rund um die Uhr, ob die Probanden die 105 Forschungsprojekte auch wirklich durchziehen. Elf Experimente kommen aus deutschen Ideenschmieden. „Keiner von denen will schon raus“, hatte Mitte August auch Peter Gräf, Projektleiter beim Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR), gesagt.

Inzwischen sind die Männer in der Simulation mit ihrem Raumschiff 20 Millionen Kilometer von der Erde entfernt und haben rund noch 190 Millionen Kilometer vor sich. Weil bei einer echten Raumfahrt der Knochenabbau voranschreite, hätten die Probanden ihr Training auf Laufbändern, Fahrrädern und anderen Geräten verstärkt, sagte Djomin.

Nach der simulierten Ankunft auf dem „Roten Planeten“ sollen die Männer einen 30-tägigen Aufenthalt dort nachstellen, bevor es in 240 weiteren Tagen wieder zurück zur Erde geht. „Mars-500“ hatte zwei Vorläufer: einen 2008 mit einer 14-tägigen Phase und einen 2009 mit 105 Tagen. Bei letzterem Versuch war auch der Bundeswehrsoldat Oliver Knickel dabei, der nach seiner Zeit im Moskauer „All“ berichtet hatte, dass die Motivation bei Fortschreiten des Experiments abnehme.

dpa


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