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Konjunktur

Steigende Investitionen hieven Deutschland aus der Krise

Die deutsche Wirtschaft erholt sich schneller als erwartet: Im dritten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist so gut wie seit Ausbruch der Finanzmarktkrise nicht.

© ddp

Obwohl zudem der ifo-Geschäftsklimaindex im November überraschend deutlich stieg, warnte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor zu viel Optimismus.

Das Bruttoinlandsprodukt war bereits von April bis Juni um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Das Wachstum um 0,7 Prozent im von Juli bis wurde laut Statistischem Bundesamt vor allem getragen von Bauinvestitionen. Diese stiegen um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Noch deutlicher legten die Exporte zu, hier betrug das Wachstum gegenüber dem Vorquartal um 4,9 Prozent. Jedoch stiegen den Angaben zufolge die Warenimporte im gleichen Zeitraum sogar um 6,5 Prozent und damit deutlich stärker als die Ausfuhren. Dieser Effekt habe das Wirtschaftswachstum wiederum gebremst. Die deutsche Wirtschaft ist stark von der Entwicklung der Exporte abhängig.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist so gut wie seit Ausbruch der Finanzmarktkrise nicht: Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 92 Punkten im Oktober auf jetzt 93,9 Punkte, es ist bereits der achte Anstieg in Folge. Nachdem die Unternehmen schon seit Januar von Monat zu Monat ihre Erwartungen für das kommende halbe Jahr jeweils besser einschätzen, bewerten sie inzwischen auch ihre aktuelle Lage stabil günstiger, wie das Münchener Wirtschaftsforschungsinstitut mitteilte. Der entsprechende Teilindex stieg zum fünften Mal in Folge. „Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich weiter aus der Krise“, erklärte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Den Konjunkturforschern zufolge hellte sich vor allem im verarbeitenden Gewerbe das Geschäftsklima sichtlich auf. So werden in der Industrie auch die Exportchancen besser eingeschätzt. Dies hat auch Folgen auf die Personalplanungen, die inzwischen etwas weniger stark auf einen Abbau von Stellen ausgerichtet seien. Im Groß- und Einzelhandel besserte sich das Geschäftsklima ebenfalls. Nur im Bauhauptgewerbe verschlechterte sich die Stimmung. Dort blicken die befragten Unternehmer merklich pessimistischer ins kommende halbe Jahr.

Merkel warnte beim Deutschen Arbeitgebertag in Berlin, Deutschland befinde sich „nach wie vor in einer extrem kritischen Zeit“. Mit den vom Staat aufgelegten Konjunkturprogrammen sei es gelungen, die Auswirkungen des größten Wirtschaftseinbruchs in der deutschen Geschichte zu dämpfen. Merkel verwies darauf, dass es weiter Gefahren gebe. So wisse niemand, „ob alle Risiken der Banken international ans Tageslicht gekommen sind“. In Deutschland werde die Konjunktur dadurch belastet, dass die bisher stabile Binnennachfrage nachgelassen habe. Die weitere Entwicklung sei nach wie vor nicht vorhersehbar. „Ein sicherer Grund, auf dem man im nächsten Jahr schreiten könnte, liegt schlicht und einfach nicht vor.“

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte N24, er sei inzwischen zuversichtlicher, was die weitere Entwicklung der Wirtschaftslage angeht. Zwar werde sich ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit im kommenden Jahr nicht verhindern lassen. „Ich bin aber optimistisch, dass die befürchteten Horrorzahlen bei weitem nicht eintreffen werden.“

afp


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