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Autozulieferer

Schaeffler sammelt 2 Milliarden ein

Der Autozulieferer Schaeffler hat ein erfolgreiches Debüt am Anleihenmarkt gefeiert. Eine Milliarde Euro wolle er am Kapitalmarkt einsammeln, eine weitere im Lauf des Jahres, hatte der Conti-Großaktionär vor einem Jahr angekündigt. Jetzt kam die volle Summe in einem Rutsch zusammen.
Foto: Die Schaeffler-Gruppe hat am Anleihenmarkt zwei Milliarden Euro kassiert.

Die Schaeffler-Gruppe hat am Anleihenmarkt zwei Milliarden Euro kassiert.

© dpa

Frankfurt/Hannover. Innerhalb weniger Tage fand das hoch verschuldete fränkische Familienunternehmen Käufer für vier Anleihen über insgesamt 2 Milliarden Euro. Das Geld soll verwendet werden, um fällige Bankkredite abzulösen.

Die Zinslast dürfte dabei aber nur unwesentlich sinken. Wegen seines schlechten Ratings musste der Konzern Zinsen zwischen 7,75 und 8,75 Prozent bieten. Zu diesen Konditionen hätte man allerdings auch Papiere im Wert von 5 Milliarden Euro verkaufen können, teilte Schaeffler gestern in Herzogenaurach mit. Die Nachfrage nach den Anleihen sei sowohl in Europa als auch in den USA ungewöhnlich hoch gewesen, sagte Finanzchef Klaus Rosenfeld. „Mit der Platzierung der Anleihen legen wir die Basis für die weitere Optimierung unserer Kapitalstruktur.“

Das ist eine umfangreiche Aufgabe, denn seit dem Einstieg Schaefflers bei Continental 2008 ist das Unternehmen hoch verschuldet. In der neuen Konzernstruktur wurden die Lasten geteilt: Gut 7 Milliarden Euro liegen bei der Schaeffler AG, weitere rund 5 Milliarden Euro bei der Holding von Maria-Elisabeth und ihrem Sohn Georg Schaeff­ler.

Vor einer Woche hatte sich das Unternehmen mit den Banken über die Neuordnung eines 8-Milliarden-Pakets geeinigt. Mit dem Geld aus den Anleihen löst Schaeffler wie geplant ein Viertel dieser Kredite ab. Ein Teil der verbliebenen Kredite solle an mehrere Banken weitergereicht werden, eine Milliarde Euro werde über den internationalen Kreditmarkt platziert, sagte ein Unternehmenssprecher. Weitere Anleihen seien zunächst nicht geplant.

Die auf der Schaeffler AG, die das operative Geschäft umfasst, liegenden Kredite waren vor einer Woche von bisher vier auf acht Banken verteilt worden. Neu hinzu kamen die Deutsche Bank, JPMorgan, HSBC und BNP Paribas. Die neuen Zinssätze seien noch nicht ausverhandelt, sagte der Sprecher. Sie lägen aber unter den 8,8 Prozent, die Schaeffler bisher bezahlt hatte. Entlastet wird mit der Refinanzierung vor allem die Commerzbank, die Schaeffler in Rezession und Bankenkrise die Stange gehalten hatte.

Die neuen Darlehen laufen zwischen 2015 und 2017 aus, die alten Kredite über 7,7 Milliarden Euro wären Mitte 2014 fällig gewesen. Begeben wurden nun vier Anleihen: ein sieben Jahre laufender 400-Millionen-Euro-Bond mit einem Kupon von 8,75 Prozent, ein fünfjähriger über 800 Millionen Euro mit 7,75 Prozent Kupon, eine fünfjährige Anleihe über 600 Millionen Dollar mit 7,75 Prozent Kupon und ein 500-Millionen-Dollar-Bond mit 8,5 Prozent Kupon, der sieben Jahre läuft.

Alexander Hübner und Stefan Winter


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