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Conti-Großaktionär

Schaeffler ist zurück in der Spur

Der Conti-Großaktionär Schaeffler hat dank der rasanten Erholung in der Autoindustrie und eines großen Kostensenkungsprogramms im operativen Geschäft zu alter Stärke zurückgefunden. Im ersten Halbjahr 2010 stieg der Umsatz des Auto- und Industriezulieferers um fast ein Drittel auf 4,6 Milliarden Euro.
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„Finanzlage deutlich entspannt“: Jürgen Geißinger (rechts) und Klaus Rosenfeld sind mit der ersten Jahreshälfte zufrieden.

„Finanzlage deutlich entspannt“: Jürgen Geißinger (rechts) und Klaus Rosenfeld sind mit der ersten Jahreshälfte zufrieden.

© dpa

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) versiebenfachte sich nahezu auf 739 Millionen Euro. „Wir sehen die Krise deutlich überwunden“, sagte Konzernchef Jürgen Geißinger.

Allerdings blieb unterm Strich ein Nettoverlust von 260 Millionen Euro. Der Grund liegt vor allem in der milliardenschweren Schuldenlast, die das Familienunternehmen aus Herzogenaurach nach der Conti-Übernahme zu tragen hat. Der Konzern wurde zum Halbjahr aufgeteilt in eine Familienholding und die operative Gesellschaft, die nun als GmbH firmiert und am Mittwoch erstmals in der Schaeffler-Geschichte öffentlich Halbjahreszahlen vorgelegt hat. Deren operativer Gewinn wurde durch die Kreditzinsen aufgefressen. Außerdem schlug die Conti-Kapitalerhöhung auf die Bilanz durch: Schaeffler hatte sich daran nicht beteiligt, sodass es zu einer sogenannten Verwässerung der Conti-Beteiligung kam – also ihr Wert sank.

Ohne diesen Sondereffekt hätte Schaeffler sogar unterm Strich einen Gewinn von 136 Millionen Euro verzeichnet. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren noch Verluste in Höhe von 625 Millionen Euro aufgelaufen. Die finanzielle Situation habe sich deutlich entspannt, erklärte Finanzchef Klaus Rosenfeld. „Wir sind in der Lage, all unseren Verpflichtungen nachzukommen.“

Die Schuldenlast in Höhe von 12 Milliarden Euro war zwischen der Holding (5  Milliarden) und der Tochtergesellschaft aufgeteilt worden. Letztere habe eine Kreditlinie in Höhe von einer Milliarden Euro nicht in Anspruch nehmen müssen und außerdem die restliche Last im ersten Halbjahr um 200 Millionen Euro verringern können, sagte Rosenfeld. Sie liege nun noch bei 5,9 Milliarden Euro. Zur Verschuldung der Familienholding, die ihre Zahlen weiter nicht veröffentlicht, wollte Rosenfeld sich nicht äußern. Es ist allerdings bekannt, dass sich diese täglich erhöht, da die Familie derzeit weder Tilgung noch Zinsen zahlen muss.

Konzernchef Geißinger erneuerte seine Prognose, am Ende des Jahres mehr als 8 Milliarden Euro Umsatz und eine operative Marge von mehr als 10 Prozent zu erreichen, räumte aber ein, dass diese Vorgabe nach dem starken ersten Halbjahr eher konservativ ist. Er ließ durchblicken, dass auch eine Wiederholung des Rekordergebnisses von 1,1 Milliarden Euro aus dem Jahr 2007 denkbar ist. Das Autogeschäft, das seinen Umsatz um 45 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro steigerte und nach einer roten Null im Vorjahreszeitraum nun wieder eine halbe Milliarde Euro operativen Gewinn abwarf, habe seinen Höhepunkt noch nicht erreicht, sagte Geißinger. Er sei auch für das zweite Halbjahr und 2011 optimistisch.

[Lars Ruzic]

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