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Belgien

Opel opfert Fabrik in Antwerpen

Opel-Chef Nick Reilly hat am Donnerstag die schlimmsten Befürchtungen der 2600 Mitarbeiter in Antwerpen bestätigt: Das belgische Werk, in dem der Opel Astra produziert wird, schließt Ende Juni.
Das Opelwerk im belgischen Antwerpen schließt Ende Juni.

Das Opelwerk im belgischen Antwerpen schließt Ende Juni.

© AP

Das Opelwerk im belgischen Antwerpen schließt Ende Juni. Der belgische Arbeitgeberverband rechnet damit, dass weitere 2400 Jobs bei Zulieferern wegfallen werden. Die Regierung hatte vergeblich bis zu 500 Millionen Euro Staatshilfe geboten, um einen Erhalt des Werks zu erreichen. Für die deutschen Mitarbeiter gab es dagegen gestern eine kleine Beruhigung: In den vier Werken hier sollen zwar 4000 Stellen gestrichen werden, es sei aber keine weitere Schließung geplant.

Angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise gebe es keine Chance für Antwerpen, sagte Reilly. Zudem müsse Opel seine Kapazität in Europa dauerhaft um 20 Prozent verringern. Auch in Bochum, Polen und Großbritannien wird der Astra gebaut. Der Mutterkonzern General Motors will nun einen Käufer für die Fabrik finden. Insgesamt will Opel europaweit 8300 Stellen streichen. Einen endgültigen Sanierungsplan will Opel in den kommenden Wochen erarbeitet haben.

Die europäischen Arbeitnehmervertreter kritisierten die Entscheidung des Managements. „Wir wollen keine Werksschließungen und betriebsbedingten Kündigungen, das haben wir immer gesagt und wir bleiben dabei“, sagte der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel. Ursprünglich hatten die Arbeitnehmer Beiträge in Höhe von 265 Millionen Euro für die Opel-Sanierung in Aussicht gestellt, im Gegenzug sollten die Mitarbeiter an Opel beteiligt werden.

Die Bedingung der Belegschaft für einen Lohnverzicht war allerdings immer, dass es keine Werksschließungen geben dürfe. Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz warf dem Konzern offenen Vertragsbruch vor. Man werde keinen Cent Arbeitnehmerbeiträge für die Schließungskosten des Werks leisten, sagte Franz. Ihm stößt vor allem auf, dass GM vor drei Jahren zugesagt hatte, die Auslastung des Werks in Antwerpen mit einem kleinen Geländewagen zu erhöhen. Dieses Auto solle nun stattdessen in Südkorea gefertigt werden, kündigte Reilly gestern an.

Um die Sanierung des europäischen Geschäfts zu finanzieren, bemüht sich General Motors weiter um staatliche Unterstützung. Insgesamt werden die Kosten mit 3,3 Milliarden Euro veranschlagt. Zuletzt hatte GM 600 Millionen Euro zugeschossen und finanziere auch das laufende Geschäft, erklärte Reilly. Dies solle jedoch nur solange gelten, bis eine Einigung mit mehreren Regierungen über eine Stützung Opels erzielt worden sei. Außer in Deutschland fertigt das Unternehmen unter anderem in Großbritannien und Spanien. Die Bundesregierung prüfe derzeit wie andere Regierungen auch das Sanierungskonzept, hieß es bei Opel. In Berlin ist man nach monatelangem Gezerre um Opel allerdings nicht mehr besonders gut auf General Motors zu sprechen.

von Hanna Rorh und Martin Dowideit


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