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Wachstum bei DMK

Milchfusion zahlt sich aus

Das Deutsche Milchkontor (DMK), entstanden aus der Fusion von Nordmilch und Humana, hat im ersten vollen Geschäftsjahr nach der Fusion den Umsatz um eine halbe Milliarde Euro gesteigert. Vor allem die Nachfrage nach Käse sorgte für den Wachstumsanstieg.
Foto: Käseproduktion bei DMK: Das Geschäft will der Molkereikonzern ausbauen.

Käseproduktion bei DMK: Das Geschäft will der Molkereikonzern ausbauen.

© dpa

Hannover. Vor allem die weltweite Nachfrage nach Käse hat Deutschlands größtem Molkereikonzern 2011 einen Wachstumsschub beschert. Das Deutsche Milchkontor (DMK), entstanden aus der Fusion von Nordmilch und Humana, hat im ersten vollen Geschäftsjahr nach der Fusion den Umsatz um eine halbe Milliarde auf 4,5 Milliarden Euro gesteigert.

Nach vorläufigen Zahlen erreicht der Gewinn nach Steuern rund 20 Millionen Euro, wie der Konzern berichtet. Das ist weniger, als Nordmilch und Humana in ihrem letzten getrennten Geschäftsjahr verdienten, und 2010 fiel bei beiden der Gewinn niedriger aus. Bei Nordmilch halbierte er sich von 30 auf 16 Millionen Euro. Humana erzielte 6 Millionen Euro, nach 10 Millionen Euro im Jahr davor, was damals mit höheren Auszahlungen an die Milchbauern begründet wurde. In der Bilanz für 2011 sind laut DMK bereits die Kosten der Fusion und für die Verbesserung der Werkstruktur enthalten.

Deshalb hat der DMK-Konzern auch sein Ziel, beim Milchauszahlungspreis besser zu sein als der Durchschnitt der deutschen Molkereien, nicht ganz erreicht, wie es hieß. Der lag bei 34,5 Cent je Liter. Die Milchbauern von DMK erhielten den Angaben zufolge 34 Cent, 4 Cent mehr als im Jahresmittel 2010.

Trotzdem zeigte sich Konzernchef Josef Schwaiger zufrieden mit dem ersten Jahr des neuen Konzerns. Die langfristige Ausrichtung, für die bereits die Vorgängerunternehmen die Weichen gestellt hätten, beginne sich auszuzahlen: Expansion auf Wachstumsmärkten außerhalb der EU, weil die hiesigen Märkte für Milch und Milchprodukte gesättigt sind. So soll noch in der ersten Jahreshälfte das schon früher angekündigte Vertriebsbüro in China eröffnet werden. Der Aufbau einer eigenen Produktion oder eine Zusammenarbeit mit einem chinesischen Partner sei derzeit noch kein Thema, hieß es. Aber ausgeschlossen sei das nicht. Mehr Geschäft im Ausland will der Molkereikonzern auch mit Spezialprodukten wie Babynahrung akquirieren. Weil dafür laut DMK eigene Vertriebswege nötig sind, wurden sie in Tochterfirmen ausgegliedert wie die DMK Eis GmbH.

Nicht alles lief jedoch rund für den Molkereikonzern. Den Eishersteller Durigon Gelato schnappte ihm ein Konkurrent weg. Die Fusion mit dem niederländischen Käsespezialisten DOC platzte – ein Rückschlag für Schwaigers ehrgeizige Expansionspläne. Aufgegeben hat DMK nicht. Man hoffe eine zweite Chance, heißt es. Vielleicht schon in Kürze.

[Carola Böse-Fischer]

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