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Lidl setzt auf Milch ohne Gentechnik

Lidl fordert die Discounter-Konkurrenz heraus – nicht über den Preis, sondern mit einer neuen Regionalstrategie und mit Milch ohne Gentechnik: Am Montag hat die Billig-Supermarktkette ihre Eigenmarke „Ein gutes Stück Heimat“ in ihren bayerischen Filialen gestartet.

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Lidl geht neue Wege und setzt die Konkurrentz unter Druck.

Lidl geht neue Wege und setzt die Konkurrentz unter Druck.

© HAZ/Archiv

Unter diesem Logo bietet Lidl gentechnikfreie Milch von bayerischen Bauern und Milchprodukte wie Butter, Sahne und Joghurt aus „bayerischer Bauernmilch“ an, die von Molkereien im Freistaat hergestellt werden.

Mit diesem, „hochwertigen Produktsegment“ setzte man „konsequent den Verbraucherwunsch nach Lebensmitteln aus regionaler Herkunft und Herstellung“ um, hieß es bei dem Discounter. Den Kunden gebe man Orientierung beim Einkauf und ein „hohes Qualitätsversprechen“. Wenn das Angebot einschlage, solle es um weitere Lebensmittel aus regionaler Produktion ergänzt und bundesweit eingeführt werden, sagte eine Lidl-Sprecherin. Die neuen Produkte stammen den Angaben nach nur aus gentechnikfreier Milch. Um dies zu gewährleisten, mussten sich die Milchbauern verpflichten, keine gentechnisch veränderten Futtermittel einzusetzen – und unangemeldeten Kontrollen durch externe Sachverständige zustimmen.

Trotzdem verzichtet Lidl auf die Deklaration „Ohne Gentechnik“. Dies hänge mit der gesetzlich vorgeschriebenen Umstellungsfrist zusammen, erklärte die Lidl-Sprecherin. Erst wenn Milchkühe drei Monate lang mit gentechnikfreien Futtermitteln gefüttert worden sind, darf ihre Milch als gentechnikfrei deklariert werden. Dass Lidl seine Produkte nach dieser Frist mit dem Siegel „Ohne Gentechnik“ kennzeichne, sei nicht ausgeschlossen, hieß es.

Umweltschutzorganisationen wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), sonst eher scharfe Kritiker der Billigheimer, begrüßten Lidls Vorpreschen. Heike Moldenhauer, Gentechnikexpertin des BUND, hofft auf einen „Dominoeffekt“: Wenn Aldi und Edeka nachzögen und alle ihre Produkte mit dem Label „Ohne Gentechnik“ kennzeichneten, könne dies den Futtermittelmarkt umkrempeln.

Dass man mit gentechnikfreien Produkte bei den Verbrauchern, die die grüne Gentechnik mehrheitlich ablehnten, punkten könne, hat laut Moldenhauer die Molkerei Campina bewiesen. Die deutsche Tochter des holländischen Konzerns hat in dem umkämpften Markt mit Frisch- und H-Milch ihrer Zugmarke Landliebe kräftige Zuwächse erzielt. Branchenkenner wenden ein, dass auf Campinas genfreie Milch nur 100 bis 150 Millionen Liter entfielen, in Deutschland würden aber 28 Milliarden Liter produziert. Da es kaum genügend gentechnikfreie Futtermittel weltweit gebe, könne eine solche Menge Milch nicht entsprechend erzeugt werden. Der BUND sieht das anders: Genfreies Soja gebe es genug, etwa in Brasilien. Zudem sei ein Umstieg auf heimische Futtermittel möglich.

Erst einmal aber muss Milch ohne Gentechnik zum neuen Standard werden. Beim größten deutschen Molkereikonzern Nordmilch, aber auch beim Konkurrenten frischli in Rehburg ist die neue Milch kein Thema. Man beobachte aber den Markt, hieß es.

[Carola Böse-Fischer]

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