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Jahresbilanz

Energieriese E.on bekommt Dämpfer durch Wirtschaftskrise

Drastische Einbrüche beim Stromverkauf an Industriekunden und der Gaspreisverfall haben Deutschlands größtem Energieversorger E.ON im Jahr 2009 deutliche Umsatz- und Ergebniseinbußen beschert. Dennoch verzeichnete der Konzern wieder einen Milliardengewinn.

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e.on-Chef Wulf Bernotat (rechts) mit seinem designierten Nachfolger Johannes Teyssen, der im  Mai das Steuer bei dem Energieriesen übernimmt.

e.on-Chef Wulf Bernotat (rechts) mit seinem designierten Nachfolger Johannes Teyssen, der im Mai das Steuer bei dem Energieriesen übernimmt.

© dpa

„Im Jahr 2009 gab es Monate, in denen die Stromnachfrage von Industriekunden in Deutschland um fast 20 Prozent unter dem Vorjahreswert lag“, berichtete Finanzvorstand Marcus Schenck am Mittwoch bei der Präsentation der Konzernbilanz 2009 in Düsseldorf. In Spanien sei die Nachfrage kurzzeitig sogar um mehr als 40 Prozent eingebrochen.

Probleme bereitete dem Konzern auch der rezessionsbedingte Verfall der Gaspreise an den Spotmärkten, der das bisherige Geschäftsmodell des größten deutschen Gasimporteurs E.ON Ruhrgas durcheinanderwirbelte. Hatte der Konzern bislang dank seiner langfristigen Lieferverträge stets von günstigen Einkaufspreisen profitiert, so fielen im Zuge der Krise die Preise an den Energiebörsen deutlich unter das Niveau der E.ON-Bezugsverträge. Die Folge: Der Konzern geriet unter erheblichen Mengen- und Margendruck. Der Gewinn der Sparte brach um ein Drittel oder fast 900 Millionen Euro ein.

Insgesamt sank der Umsatz des Energieriesen im vergangenen Jahr um 6 Prozent auf knapp 82 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern verringerte sich um 2,3 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro. Und der bereinigte Konzernüberschuss ging sogar um 4,8 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro zurück. Ein größerer Einbruch wurde durch das stärkere Engagement in Italien, Spanien und Russland sowie den Ausbau der erneuerbaren Energien verhindert.

Doch sieht der Konzern den Höhepunkt der Wirtschaftskrise überwunden. Für das laufende Jahr erwartet E.ON nach den Worten des im Mai ausscheidenden Konzernchefs Wulf Bernotat beim bereinigten Vorsteuerergebnis bereits wieder ein Plus von bis zu 3 Prozent, obwohl der Konzern durch den Verkauf von Unternehmensteilen rund eine Milliarden Euro abgeben wird. Der bereinigten Konzernüberschuss soll 2010 auf Vorjahresniveau liegen. Bernotat zeigte sich zuversichtlich, dass E.ON nach dem Ende der Krise besonders schnell wieder durchstarten kann.

Massiv investieren will der Konzern in den nächsten zehn Jahren in sein deutsches Leitungsnetz. Dies könne bis zu 10 Milliarden Euro kosten, sagte Bernotat. Mit dem Geld sollen die Netze fitgemacht werden für die Herausforderungen der Zukunft wie die dezentrale Einspeisung der Energie aus Hunderttausenden von Photovoltaikanlagen. Voraussetzung sei aber eine Neuausrichtung der Regulierungspolitik, betonte der Manager. „Bislang hat sich die Regulierung vor allem auf das Ziel der Optimierung und Kostensenkung konzentriert“, sagte Bernotat. Doch diese Praxis verhindere Investitionen. Nun sei eine Regulierungspolitik notwendig, die Investitionen ermutige.

Bernotat wird Ende April den Chefsessel bei E.ON für seinen bisherigen Stellvertreter Johannes Teyssen räumen. Ein sofortiger Wechsel in den Aufsichtsrat des Energieriesen sei nicht geplant, berichtete der Manager.

Der Kurs der E.ON-Aktie stieg bis zum Nachmittag um knapp 0,9 Prozent.

ap


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