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Reisemesse ITB

Die Deutschen geben weniger für Urlaub aus

Mehr Reisen, aber weniger Umsatz: Viele Deutsche sparen in den Krisenzeiten beim Urlaub – gleichzeitig sind teure Hotels und weit entfernte Ziele gefragt.
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Küste im Kommen: Ein Drittel der Deutschen macht Urlaub im eigenen Land. Hier präsentiert sich Schleswig-Holstein auf der ITB.

Küste im Kommen: Ein Drittel der Deutschen macht Urlaub im eigenen Land. Hier präsentiert sich Schleswig-Holstein auf der ITB.

© dpa

Trotz Umsatzeinbußen in der Tourismusbranche ist die Reiselust der Deutschen offenbar ungebrochen. Dies ist das Fazit des Deutschen Reiseverbandes (DRV) und der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR), die ihre Ergebnisse am Mittwoch auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin vorstellten. Während die Reiseveranstalter 2009 ein Umsatzminus von rund 3 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro verzeichneten, stieg die Zahl der Reisen im gleichen Zeitraum geringfügig auf 64,8 Millionen.

Die FUR-Reiseanalyse zeigt, dass die Nachfrage sich verstärkt polarisiert. „Die soziale Schere klafft auch im Tourismus immer weiter auseinander“, bilanziert die wichtigste Branchenstudie.Besonders Geringverdiener verreisen weniger. Nur noch 56 Prozent der Menschen mit weniger als 1500 Euro Monatsgehalt fuhren voriges Jahr wenigstens einmal in Urlaub. In den Jahren zuvor waren es noch mehr als 60 Prozent. In den höheren Verdienstgruppen ab 2500 Euro stieg die Reiseintensität dagegen weiter auf nun 88 Prozent.

Auch große Reiseveranstalter bestätigen diese Polarisierung. Laut TUI-Deutschland-Chef Volker Böttcher wächst die Nachfrage bei preisgünstigen und bei teuren Fernreisen und Luxushotels. Das mittlere Marktsegment dagegen werde schwächer. Damit entwickelt sich auch im Reisegeschäft, ähnlich wie in anderen Branchen, das Angebot für die vermögende Klientel einerseits und den Durchschnittskunden andererseits immer mehr auseinander.

Diese Verschiebungen im Reisemarkt zeigen sich nicht auf den ersten Blick. Denn die globalen Daten blieben auch in der Wirtschaftskrise nahezu unverändert, wie die Reiseanalyse belegt. Demnach fuhren auch voriges Jahr drei Viertel der Bundesbürger in den Urlaub, die Zahl der Reisen ab fünf Tagen Dauer stagnierte bei 65 Millionen. 11 Prozent der Urlauber gaben weniger aus, 22 Prozent dagegen mehr. Das sehen die Forscher aber nicht als Polarisierung. Auch in den oberen Einkommensgruppen werde am Urlaub gespart, wenn auch auf weit höherem Ausgabenniveau. Die Reisedauer verkürzte sich im vorigen Jahr im Durchschnitt von 12,5 auf 12,2 Tage.

Erfreulich für die kriselnde Branche: 2010 bleibt die Reiselust unverändert hoch. „Die Stimmung hellt sich merklich auf“, stellten die Forscher fest. 68 Prozent der Bundesbürger planen bereits eine Urlaubsreise. 16 Prozent sind noch unentschlossen, 15 Prozent bleiben zu Hause. „Gedanklich scheinen die Deutschen die Krise weitgehend hinter sich zu lassen“, meinten die Experten.

Die Reiseziele der Deutschen verteilen sich gleichgewichtig. Je ein Drittel bleibt in der eigenen Heimat, fährt ans Mittelmeer oder in andere Länder. Besonders die deutschen Ferienregionen konnten dabei Boden gutmachen. Vor allem Mecklenburg-Vorpommern profiliert sich mit der Ostseeküste und den Seenplatten als Ferienland und liegt bei den beliebtesten deutschen Urlaubszielen nur noch knapp hinter Bayern.

Thomas Wüpper


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