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Halbjahresbilanz

Continental drückt Schaeffler in die roten Zahlen

Die hoch verschuldete Schaeffler-Gruppe hat im ersten Halbjahr angesichts wachsender Nachfrage aus der Autoindustrie ihren operativen Gewinn deutlich gesteigert. Aufgrund von Sondereffekten aus der Übernahme von Continental steht unter dem Strich allerdings noch ein Verlust von 260 Millionen Euro.
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© dpa

Schaeffler hat bei der ersten Vorlage einer Bilanz rote Zahlen präsentiert. Wegen der notwendigen Kapitalerhöhung bei der übernommenen Continental AG machte die Schaeffler-Gruppe im ersten Halbjahr unter dem Strich 260 Millionen Euro Verlust. Operativ läuft es dagegen wieder rund: Die wachsende Nachfrage der Automobilindustrie ließ den Umsatz um 31 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro anwachsen, der Gewinn vor Steuern und Finanzergebnis schnellte von 108 Millionen auf 739 Millionen Euro hoch.

Für das Gesamtjahr kündigte Konzernchef Jürgen Geißinger am Mittwoch in München einen Umsatzzuwachs von mindestens zehn Prozent auf acht Milliarden Euro an. Der Betriebsgewinn soll sich auf mindestens 800 Millionen Euro verdoppeln. „Wir sind gut in das zweite Halbjahr gestartet und optimistisch, dass wir unsere selbst gesteckten Ziele übertreffen werden“, fügte er hinzu.

Autosparte boomt

Fast alle Werke arbeiteten an der Kapazitätsgrenze, sagte Geißinger. Die Automobilsparte habe sich am schnellsten erholt - sie hatte vor einem Jahr noch knapp rote Zahlen geschrieben und machte jetzt 517 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit). Der Umsatz stieg um 45 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Die Industriesparte hinkte etwas hinterher - hier stieg der Umsatz um 5 Prozent auf 1,4 Milliarden und der Betriebsgewinn von 109 auf 222 Millionen Euro.

Im ersten Halbjahr 2009 hatte Schaeffler unter dem Strich 625 Millionen Verlust gemacht. Der jetzt auf 260 Millionen gedrückte Halbjahresverlust sei nur der bei Continental notwendigen Kapitalerhöhung geschuldet, die die Schaeffler GmbH mit 396 Millionen Euro belastete. Ohne diesen Einmal-Effekt hätte Schaeffler im ersten Halbjahr 236 Millionen Euro verdient.

Die Übernahme des größeren Autozulieferers Continental und die Wirtschaftskrise hatten Schaeffler im vergangenen Jahr an den Rand der Pleite geführt. Die Schaeffler-Gruppe habe ihren Teil des Schuldenberges aber von 6,1 auf 5,9 Milliarden Euro abbauen können, sagte Finanzvorstand Klaus Rosenfeld. „Das Thema Schuldenabbau hat für uns hohe Priorität.“ Die restlichen Schulden in einer Größenordnung von annähernd fünf Milliarden Euro sind bei der Familien-Holding von Maria Elisabeth Schaeffler und ihrem Sohn Georg geparkt.

ap


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