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„Benzin-Gipfel“

Berlin will Flop-Benzin E10 mit Werbung retten

Trotz Verwirrung und Verunsicherung bei vielen Autofahrern wird die Bundesregierung an der weiteren Einführung des umstrittenen Biosprits E10 festhalten und eine Informations-Offensive starten. Das teilte Umweltminister Norbert Röttgen am Dienstag nach dem „Benzin-Gipfel“ mit. Außerdem habe die Mineralölwirtschaft zugesagt, dass die Informationen über E10 verträgliche Autos sofort an Tankstellen vorliegen sollten.
Auf dem „Benzin-Gipfel“ wurde die Einführung von E10 aus Gründen des Umweltschutzes, des Klimaschutzes, der Ressourcenschonung und der Energieversorgungssicherheit befürwortet.

Auf dem „Benzin-Gipfel“ wurde die Einführung von E10 aus Gründen des Umweltschutzes, des Klimaschutzes, der Ressourcenschonung und der Energieversorgungssicherheit befürwortet.

© Kris Finn (Symbolbild)

Ungeachtet des anhaltenden Käuferstreiks an den Tankstellen will die Bundesregierung am umstrittenen Biosprit E10 festhalten. Auf dem Benzin-Gipfel am Dienstag im Bundeswirtschaftsministerium wurde aber vereinbart, dass Autofahrer schnell besser über das neue Superbenzin informiert werden, dem zehn Prozent Alkohol, gewonnen aus Weizen oder Zuckerrüben, beigemischt sind.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hatte seine Kabinettskollegen Norbert Röttgen (Umwelt), Peter Ramsauer (Verkehr), Ilse Aigner (Verbraucherschutz) eingeladen sowie die Verbände der Auto-, Kraftstoff- und Landwirtschaft und der Verbraucherseite.

Alle Beteiligten befürworteten die Einführung von E10 aus Gründen des Umweltschutzes, des Klimaschutzes, der Ressourcenschonung und der Energieversorgungssicherheit, betonte Röttgen nach dem Gipfel. Es sei keine Lösung, in der Abhängigkeit von Öl zu verharren. „Wollen wir weiter unser Geld in den Rachen von Gaddafi werfen?“, fragte Röttgen im „heute journal“ des ZDF. Die Mineralölwirtschaft sage zu, dass sofort an Tankstellen die Informationen vorliegen sollten, welche Autos E10 vertragen.

Vorwürfe der Mineralwirtschaft, der Staat zwinge die Unternehmen, ein ungeliebtes Produkt anzubieten, parierte Röttgen mit dem Hinweis, E10 sei kein „Staatsbenzin“. Brüderle sagte, mit dem Kompromiss leisteten alle Beteiligten „einen großen Beitrag, dass die Verunsicherung abgebaut wird“. Der FDP-Politiker hatte vor dem Gipfelgespräch allerdings noch angeregt, die bundesweite Einführung von E10 befristet auszusetzen.

Die Mineralölwirtschaft steht unter Druck, ihre übervollen Lager mit dem ungeliebten Treibstoff zu leeren. „Das Produkt wartet“, sagte Klaus Picard, Chef des Mineralölverbandes, nach dem Treffen. Die Vertreter der Autoindustrie wiesen darauf hin, dass die DAT-Liste der E10-verträglichen Fahrzeuge rechtsverbindlich sei. Die Liste sei etwa über Hersteller-Hotlines abrufbar, sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie, Klaus Bräunig. Der ADAC begrüßte das Festhalten an der Einführung des Biosprits. Dennoch müsse jeder Autofahrer die Wahl haben, auch dass gewöhnliche Super zu tanken, sagte ADAC-Präsident Peter Meyer. Der FDP-Verkehrsexperte Patrick Döring kritisierte, die Auto- und Mineralölindustrie habe es nicht geschafft, das Vertrauen der Kunden zu gewinnen: „In Brasilien gibt es E25, ohne dass es Proteste gibt. Ich wundere mich, dass sich die deutsche Wirtschaft da so schwertut.“

Eine Liste der E10-Verträglichkeit von Kraftfahrzeugen.

Weitere Informationen zum Biosprit.

Alexander Dahl/dpa

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