Nach der Entscheidung von General Motors für den Verkauf von Opel hat GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster angekündigt, künftig 1,2 Milliarden Euro bei Opel einsparen zu wollen.
Dazu müsse "eine hohe vierstellige Zahl von Arbeitsplätzen, vielleicht auch etwas mehr" abgebaut werden. Auch der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) bereitete die Beschäftigten auf harte Zeiten vor.
Zwar sei die Übernahme durch den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna der wahrscheinlich einzige Weg für die Mitarbeiter in eine Zukunft, sagte Koch im rbb-Inforadio. "Dennoch wird es eine schwierige Operation für die Mitarbeiter, wird es auch eine schwierige Aktion für die Lieferanten, denn die Kosten müssen gesenkt werden".
Nicht ausgelastete Produktionskapazitäten in beträchtlichem Umfang müssten stillgelegt werden. "Es werden Arbeitsplätze reduziert werden, in Deutschland und in Europa. Das ist alles kein Spaziergang, es handelt sich zur Zeit um ein krankes Unternehmen", sagte Koch. Opel könne aber mit den vorhandenen Konzepten saniert werden. Der Regierungschef verteidigte deshalb auch die in Aussicht gestellten staatlichen Milliardenbürgschaften für das Geschäft.
Nach Einschätzung von GM-Europa-Chef Forster sind noch einige weitere Schritte bis zur Unterzeichnung eines Übernahmevertrags nötig. Die am Donnerstag verkündete Entscheidung für das Konsortium aus dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna und der russischen Sberbank sei zwar ein "wichtiger Schritt", sagte Forster dem Magazin "Wirtschaftswoche". Aber alle Beteiligten "- die Unternehmen, aber auch Politik und Treuhand - müssen jetzt weiterhin hart arbeiten, damit diese Empfehlung mit Inhalten gefüllt wird und auch tatsächlich in einen unterschriftsreifen Vertrag mündet".
Magna sicherte zu, die Sanierung des angeschlagenen deutschen Autobauers voranzutreiben. Mit GM und den Opel-Beschäftigten werde nun "hart" dafür gearbeitet, "Opel in eine erfolgreiche Zukunft zu führen".
Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) kündigte im ZDF an, das Risiko der Bundesregierung bei der Sanierung von Opel durch die "Beteiligung der europäischen Partner" begrenzen zu wollen. Über die bereits zugesicherten Bürgschaften hinaus werde der Bund keine Zusagen machen.
afp
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