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London 2012

US-Schwimmerin Evans will mit 40 zu Olympia

London lockt: Mit 40 Jahren will es Janet Evans noch einmal wissen. Die viermalige Olympiasiegerin strebt 16 Jahre nach ihrem Karriere-Ende ein Comeback bei den Sommerspielen an. Für die US-Meisterschaften hat sie sich schon mal qualifiziert.
Rückkehr nach 16 Jahren? US-Schwimmerin Janet Evans bejubelte bei den Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul ihre Goldmedaille über 800 m Freistil.

Rückkehr nach 16 Jahren? US-Schwimmerin Janet Evans bejubelte bei den Olympischen Sommerspielen 1988 in Seoul ihre Goldmedaille über 800 m Freistil.

© dpa

London. Olympia ist für Amerikas Schwimm-Ladys wie ein Jungbrunnen. Nach Dara Torres springt nun auch die 40-jährige Janet Evans wieder ins Wettkampfbecken. Als Teenager schwamm Evans 1988 in Seoul dreimal zu Olympia-Gold, nun nimmt sie den Kampf mit den Kraul-Küken auf. Beim US-Grand-Prix in Austin qualifizierte sich Evans vor einer Woche über die 400 und 800 Meter Freistil für die US-Trials vom 25. Juni bis 2. Juli in Omaha/Nebraska. Dort werden die Olympia-Tickets für die Sommerspiele in London vergeben. „Ich freue mich, gegen all die schnellen Kids anzutreten. Wer sagt denn, dass 40-Jährige nicht schwimmen können“, sagte Evans.

Mit ihrem unorthodoxen „Windmühlen-Stil“ pflügte sie einst durch’s Wasser - und tut dies noch heute. „Janet ist in der selben Kategorie wie Dara Torres. Sie zeigt, dass das Unmögliche möglich ist“, erklärte der dreimalige Staffel-Olympiasieger von Atlanta, Josh Davis, der Evans’ Rennen am Beckenrand verfolgte.

Torres gewann als 41-Jährige in Peking dreimal Silber - auch sie will im Sommer in London dabei sein. In 8:49,05 Minuten unterbot Evans in Austin über die 800 Meter die Qualifikations-Zeit für die nationalen Titelkämpfe um mehr als eine Sekunde. „Das war schon immer meine Lieblingsstrecke“, meinte die zweifache Mutter selbstbewusst. Dass die dreimalige Weltschwimmerin des Jahres zudem das Trials-Ticket über die 400 Meter löste, bezeichnete sie als „Bonus“.

Vor 25 Jahren sorgte die 1,67 Meter große Evans erstmals für Schlagzeilen. Als unbekannte 16-Jährige verbesserte sie 1987 innerhalb von fünf Tagen die Weltrekorde auf der 800- und 1500 Meter-Distanz. Die Welt staunte über das Mädchen aus Kalifornien, das sich am Jahresende auch noch die Bestmarke über die 400 Meter holte.

In Seoul schwamm Evans der arrivierten DDR-Elite davon, wurde über die 400 und 800 Meter Freistil sowie die 400 Meter Lagen Olympiasiegerin. Es folgten drei WM-Titel und 1992 ein weiter Olympiaerfolg in Barcelona. In ihrer Heimat wurde sie das Gesicht ihres Sports und zur „besten Langstrecken-Schwimmerin der US-Geschichte“ gewählt. Ihren letzten großen Auftritt hatte Evans bei der Eröffnungsfeier der Sommerspiele 1996 in Atlanta, als sie die Olympische Fackel an Muhammad Ali übergab. Sportlich konnte sie nicht mehr mit den Weltbesten mithalten - und beendete mit einem sechsten Platz über die 800 Meter ihre Karriere.

Anschließend verdiente sie ihr Geld mit Motivations-Seminaren und ist heute quasi ihre beste Kundin. Im kalifornischen Huntington Beach quält sich Evans unter Anleitung von US-Nationalcoach Mark Schubert. Sie spricht von einem „neuen Kapitel in meinem Leben.“ Schubert attestiert ihr „große Fortschritte“, nachdem es „fast ein Jahr gedauert hat, bis sie wieder richtig hart trainieren konnte.“

Nach ihrem erfolgreichen Auftritt in Austin unterschrieb Evans umgehend einen Werbevertrag für Bademoden. Es scheint fast so, als sei sie nie weggewesen. Doch die Konkurrenz ist stark. Allison Schmitt war fast 17 Sekunden besser, zudem haben die USA in Kate Ziegler noch die WM-Dritte in ihren Reihen. Ziegler unterbot am 17. Juni 2007 Evans Weltrekord über die nicht olympische 1500 Meter-Distanz. Als Evans die Bestmarke am 26. März 1988 aufstellte, was sie noch gar nicht geboren.

dpa


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