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Eisschnelllauf

Siege für Wolf und Angermüller

Jenny Wolf sprintete erneut allen davon, Monique Angermüller feierte den ersten Weltcupsieg. Doch überlagert wurden die Erfolge bei den Weltcup-Rennen in Erfurt von den Diskussionen um erhöhte Blutwerte bei zwei weiteren deutschen Eisschnellläuferinnen.
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Jenny Wolf

Jenny Wolf

© dpa

Für viel Unmut sorgten Veröffentlichungen über weitere Läuferinnen, die in der Datenbank des Weltverbandes ISU mit erhöhten Blutwerten geführt wurden. Wie Bundestrainer Markus Eicher am Sonnabend bestätigte, handelt es sich dabei um die Inzellerin Heike Hartmann und die Berliner Nachwuchs-Läuferin Bente Kraus. „Wir wissen aber nicht, inwiefern die Werte in der Vergangenheit auffällig waren und sind absolut sicher, dass es sich hier nicht um Doping-Fälle handelte“, erklärte Eicher.

Insofern gebe es auch kein Argument, warum die 28-jährige Heike Hartmann in Erfurt nicht starten solle. Hartmann winkte nach ihrem Lauf nur ab, saß dann heulend in der Kabine und wollte keine Stellung beziehen. „Sie ist völlig fertig. Die ganze Sache nimmt sie sehr mit“, meinte Markus Eicher, nachdem die Inzellerin in 40,50 Sekunden Letzte über 500 Meter geworden war. Auf die 1000 Meter verzichtete sie.

DESG-Präsident Gerd Heinze hatte tags zuvor mitgeteilt, dass dem Verband keine Mitteilungen über auffällige Blutwerte deutscher Athleten vorlägen. „Ich halte es für sehr unintelligent, wenn in der Öffentlichkeit aus Ermittlerkreisen suggeriert wird, dass hier strafbare Handlungen begangen wurden. Das ist nicht der Fall, sonst hätte uns die ISU informieren müssen“, sagte Heinze und sprach von „Rufmord, der dazu führen kann, dass die Bilanz des Verbandes irgendwann ins Negative abfällt.“

Schon tags zuvor hatte der Inzeller Stadion-Direktor Hubert Graf der „Süddeutschen Zeitung“ bestätigt, dass BKA-Beamte bei Hartmann das WG-Zimmer in Berlin ebenso wie ihren Spind im Eisstadion Inzell und an ihrem Hauptwohnsitz in Hausham bei Miesbach Ermittlungen durchgeführt hätte. „Es handelte sich dabei um Zeugen-Vernehmungen, nicht um irgendwelche Verdächtigungen“, stellte Eicher klar, der auch behauptet, dass die Blutwerte beider Athletinnen bei Nachkontrollen inzwischen längst wieder im Normal-Bereich lägen.

Auf der 400-Meter-Bahn kam die Olympia-Zweite Wolf mit ihrem insgesamt 47. Weltcupsieg dem Gewinn ihres fünften Gesamt-Erfolges über 500 Meter einen großen Schritt näher. Die Weltrekordlerin setzte sich beim Weltcup in Erfurt in 38,08 Sekunden klar vor der Niederländerin Margot Boer (38,49) durch. Mit dem siebten Streckensieg im neunten Weltcup-Rennen der Saison führt Wolf nun mit 860 Punkten die Gesamtwertung vor der Chinesin Wang Beixing (680) an, die wie Olympiasiegerin Lee Sang-Hwa (505) in Erfurt nicht am Start ist. „Ich habe ein paar neue Schienen getestet, deshalb lief es nicht ganz rund. Aber die Zeit ist dennoch gut“, meinte Wolf.

Für die Überraschung des Tages aber sorgte Monique Angermüller, die in 1:16,36 zum ersten Weltcupsieg ihrer Karriere sprintete. Sie rückte damit vor dem Weltcup-Finale in Heerenveen mit 270 Punkten auf Platz zwei des Klassements hinter der Kanadierin Christine Nesbitt, die krankheitsbedingt abgesagt hatte. Als Fünfte über 500 Meter (38,95) hatte Angermüller ihre Top-Form angedeutet. Die Siege bei den Herren gingen an den Niederländer Jan Smeekens (34,97) über 500 m und Olympiasieger Shani Davis über 1000 m (1:09,29), der sich vorzeitig den dritten Gesamterfolg sicherte.

dpa


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