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Kader für Länderspiele

Löw: Ballack soll erst „optimale Form" haben

Nach der schweren Verletzung von Michael Ballack ist Bundestrainer Joachim Löw zwar mit dem Genesungsprozess des Leverkusen-Rückkehrers zufrieden, lässt ihn aber erst wieder bei einem Länderspiel auflaufen, wenn er zu seiner „optimalen Form“ zurückgefunden hat. Gegen Belgien und Aserbaidschan ist Ballack also nicht dabei.
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© dpa

Joachim Löw schiebt den „Capitano“ weiter auf das harte Warte-Bänkchen und öffnet neuen Raum für Spekulationen. Michael Ballack sei zwar auf einem guten Weg. Aber erst bei einer optimalen Form werde der 33-Jährige in die deutsche Fußball- Nationalmannschaft zurückkehren, verkündete der Bundestrainer. Für den Start in die EM-Qualifikation am kommenden Freitag in Belgien und vier Tage später in Köln gegen Aserbaidschan verzichtet Löw auf den Leverkusen-Rückkehrer und schwieg in seinem offiziellen Statement auf der Verbands-Homepage über die heiß diskutierte Kapitäns-Frage. Ursprünglich wollte der 50-Jährige vor Beginn der EURO-Ausscheidung sein Machtwort sprechen: Ballack oder doch Philipp Lahm.

Nach einem Telefonat zwischen Löw und Ballack habe zunächst Einigkeit bestanden, dass der 98-fache Nationalspieler nicht dem Aufgebot angehört. „Es war ein gutes und vertrauensvolles Gespräch“, berichtete der Bundestrainer am Freitag, ohne Details zu verraten. Das kann durchaus in völlig unterschiedliche Richtungen interpretiert werden: Es könnte zum schleichenden Beginn von Ballacks Ende im Nationalteam werden. Oder Löw hat dem bald 34-Jährigen für die nächsten Länderspiele im Oktober gegen die Türkei und in Kasachstan fest die Rückkehr oder sogar die Kapitänsbinde zugesagt.

Auf jeden Fall ist es ein weiteres Zeichen dafür, dass es Ballacks Sonderstellung im DFB-Team nicht mehr gibt. Vor der WM hätte eine Nichtnominierung des spielfähigen Kapitäns nie zur Debatte gestanden. Doch auch die Südafrika-Helden bekommen von Löw keinen Freifahrtschein: „Wie schon nach der EURO 2008 sehe ich im Leistungsprinzip einen wichtigen Faktor, damit eine weitere Steigerung unserer Mannschaft möglich ist“, sagte der Chefcoach, der nach dritten Plätzen bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010 und dem zweiten Rang bei der EM 2008 in zwei Jahren den Titel anpeilt.

Zunächst wollte sich der Bundestrainer aber nur mit der aktuellen Situation vor dem unbequemen WM-Auftakt in Belgien beschäftigen. „Michael ist drei Monate nach seiner schweren Verletzung auf einem guten Weg und alle sind mit dem Genesungsprozess zufrieden. Wichtig wird nun sein, dass er in den nächsten Wochen in Leverkusen zu seiner optimalen Form zurückfindet“, betonte Löw, der 17 WM-Fahrer in den 21-köpfigen Kader für die beiden ersten Saison-Pflichtspiele berief. „Es ist eine sehr vernünftige Entscheidung vom Bundestrainer und von Michael Ballack, dass Michael auf die beiden Begegnungen verzichtet“, erklärte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler.

Bayer-Keeper René Adler, der als dritter Torhüter wieder den Münchner WM-Reservist Jörg Butt ablöst, und Heiko Westermann vom Hamburger SV kehren nach der wegen Verletzungen verpassten WM ins Nationalteam zurück. „Es war für uns eine Selbstverständlichkeit, dass René Adler zurückkehrt. Nach seiner Operation hat er in seinen bisherigen Einsätzen im Verein unter Beweis gestellt, dass er in guter Form ist“, erklärte Löw, der trotz der überzeugenden WM- Auftritte des Schalkers Manuel Neuer überraschend auch die Frage um die Nummer 1 neu entscheiden will.

Zudem berief der Bundestrainer in Christian Träsch (Stuttgart) und Sascha Riether (Wolfsburg) zwei Akteure, die beim ersten Länderspiel nach der WM im August in Dänemark (2:2) schon dabei waren. Stand dieses Match aus terminlichen Gründen noch unter besonderen Vorzeichen, so „starten wir nun mit unserem Team in eine neue Etappe. So schön die Lobeshymnen auf unsere WM-Auftritte waren - für alle beginnt der nächste Abschnitt mit interessanten Herausforderungen“, unterstrich Löw.

Wegen Verletzungen fehlen in Brüssel und Köln der Wolfsburger Arne Friedrich, der Neu-Engländer Jérome Boateng sowie die beiden Hamburger Piotr Trochowski und Dennis Aogo. Serdar Tasci vom VfB Stuttgart wurde wegen fehlender Spielpraxis nicht nominiert. Ebenfalls verletzt ist Thomas Hitzlsperger, der in Dänemark die DFB- Auswahl als Kapitän aufs Feld geführt hatte. Gegen Belgien und Aserbaidschan ist diese Rolle wieder für WM-Kapitän Lahm reserviert.

dpa


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