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Fußballstadien

Caffier verteidigt Pläne für Gesichtsscanner

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, der CDU-Politiker Caffier, will prügelnde und zündelnde Fußballfans mit Hilfe von Gesichtserkennung aus Stadien fernhalten. Dagegen regt sich Widerstand. Doch Caffier lässt die Möglichkeit prüfen und will sie - bei rechtlicher Bestätigung - auch testen.
CDU-Politiker Lorenz Caffier.

CDU-Politiker Lorenz Caffier.

© dpa

Schwerin. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hält trotz zunehmender Kritik an seinen Plänen fest, mittels Gesichtsscanner notorische Gewalttäter aus Fußballstadien fernzuhalten. „Gewaltchaoten und Pyromanen kommen doch heute oft auch dann noch in die Stadien, selbst wenn ihnen der Zutritt verboten wurde. Mir geht es allein darum, dieses Gefahrenpotenzial durch den Einsatz moderner Technik zu verringern, zum Nutzen der übergroßen Mehrheit der Besucher“, sagte Caffier am Donnerstag in Schwerin der Nachrichtenagentur dpa. Der CDU-Politiker hat zu Jahresbeginn den Vorsitz in der ständigen Konferenz der Länder-Innenminister übernommen.

Eine von ihm eingesetzte Arbeitsgruppe prüfe derzeit, ob der Einsatz von Gesichtsscannern am Einlass technisch und rechtlich möglich ist. „Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie ist offen. In die Prüfung ist auch der Datenschutzbeauftragte des Landes einbezogen“, sagte Caffier.

Der CDU-Politiker hatte bei der Übernahme des Vorsitzes in der ständigen Konferenz der Länder-Innenminister erklärt, dass die Gewalt in den Stadien eines der Schwerpunktthemen in seiner einjährigen Amtszeit werde. Ob die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie schon beim Frühjahrstreffen der Minister Ende Mai vorliegen werden, ließ er offen. „Es ist eine sehr umfassende Aufgabe, die technischen und rechtlichen Grundlagen zu prüfen.“ Sollte das Ergebnis positiv sein, strebe er einen Feldversuch in Rostock an. Dort war es in der Vergangenheit trotz massiver Polizeipräsenz häufiger zu Fan-Ausschreitungen mit Verletzten gekommen.

Unverständnis äußerte Caffier zu der einsetzenden Kritik von Datenschützern und Fanvereinigungen an seinem Vorschlag. „Es ist nicht hilfreich, wenn die Suche nach einer Problemlösung - und die Gewalt in und um Stadien ist bundesweit ein Problem - gleich in Grund und Boden getreten wird. Es geht nicht um die Erfassung aller Besucher eines Fußballspiels. Die Bilder sollen mit Daten schon erfasster Straftäter abgeglichen werden, um sie so fernzuhalten“, sagte Caffier. Diese Personen würden meist nur der Randale wegen ins Stadion gehen und damit viele friedliche Sportanhänger vor Besuchen abschrecken.

Caffier äußerte aber auch Verständnis für die vorgebrachten Bedenken gegen solche Kontrollen: „Genau deshalb beziehen wir den Datenschutz von Anfang an mit ein.“ Nach Schätzung des Ministers machen die gewaltbereiten Gruppierungen weniger als ein Prozent der Fußball-Besucher aus. „Der Schutz von 99 Prozent sollte uns doch eine vorbehaltlose Prüfung und eine sachliche Diskussion zu den Abwehrmöglichkeiten wert sein“, mahnte Caffier. Denn Appelle und Geldstrafen hätten ihre Wirkung bislang leider verfehlten.

Ausschreitungen in Fußball-Stadien hatten zuletzt die Diskussionen neu belebt. Verbandsverantwortliche ergriffen nach wiederholten Fanausschreitungen drastische Maßnahmen. So wurde Zweitligist Dynamo Dresden nach Ausschreitungen in Dortmund vom nächsten Pokalwettbewerb ausgeschlossen, Ligakonkurrent Hansa Rostock wurde nach Fan-Krawallen ein Spiel vor leeren Rängen auferlegt.

frx/dpa


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