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Schiedsrichter-Affäre

Beckenbauer stärkt DFB-Chef Zwanziger den Rücken

Der wegen seines Krisenmanagements im Schiedsrichter-Skandal um Manfred Amerell in die Kritik geratene Theo Zwanziger bekommt prominente Rückendeckung. Franz Beckenbauer nahm den DFB-Chef in Schutz, äußerte jedoch zugleich Kritik an der Vorgehensweise des Verbandes.
Franz Beckenbauer

Franz Beckenbauer

© dpa

Franz Beckenbauer hat vor der Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am (heutigen) Freitag Präsident Theo Zwanziger den Rücken gestärkt. „Das kann nicht sein, dass Theo Zwanziger wegen dieser Geschichte zurücktritt. Der Fall Amerell ist es nicht wert, ein solches Amt aufzugeben. Der deutsche Fußball braucht Theo Zwanziger“, sagte der „Kaiser“ in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung. Der ganze DFB stehe hinter Zwanziger. Der Verbandschef ist wegen seines Krisenmanagements im Schiedsrichter-Skandal um Manfred Amerell in die Kritik geraten.

Beckenbauer übte jedoch auch Kritik an der Vorgehensweise des DFB. „Sicher sind auch Fehler gemacht worden. Vielleicht wäre der DFB besser beraten gewesen, diese Angelegenheit gleich dem Staatsanwalt zu übergeben. Aber das kann überhaupt kein Grund für Zwanzigers Rücktritt sein“, meinte er. „Völlig ausgeschlossen“ sei, dass er Nachfolger von Zwanziger werde. „Nicht eine Sekunde käme ich auf die Idee, DFB-Präsident zu werden“, sagte der 64-Jährige. „Ich bin der Meinung, Zwanziger muss die Sache jetzt durchziehen, und der DFB muss auch voll hinter ihm stehen. Da muss er jetzt durch.“

Zwanziger wird in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main seinen 18 Kollegen im Präsidium und den insgesamt 57 Vorstandsmitgliedern ausführlich Rede und Antwort darüber stehen müssen, warum der DFB so spät von den gegen Amerell erhobenen Vorwürfen der sexuellen Belästigung erfuhr. Schiedsrichter-Chef Volker Roth hatte die von Bundesliga-Referee Michael Kempter gemachten Aussagen erst einen Monat später weitergeleitet. Amerell bestreitet die Vorwürfe. Weil der frühere DFB-Funktionär Amerell Zwanziger eine einseitige Aufklärung vorwirft, hat der Verband angekündigt, ihn wegen übler Nachrede und Verleumdung anzuzeigen. Amerell unterstellt dem DFB- Präsidenten zudem, den Unparteiischen Markus Wingenbach aus seinem Heimatverein VfL Altendiez unrechtmäßig befördert zu haben.

Beckenbauer forderte ein Ende des Theaters. „Es muss jetzt Schluss sein mit diesen Nebenkriegs-Schauplätzen und Eitelkeiten. In ein paar Wochen haben wir WM. Das ist viel wichtiger als der Fall Amerell.“

dpa


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