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Washington

Republikaner demonstrieren gegen die Regierung Obama

Ultra-Konservative machen in den USA mobil: Zehntausende demonstrierten am Sonnabend vor dem Lincoln Memorial in Washington gegen den angeblichen Zerfall nationaler und religiöser Werte - und indirekt gegen den Präsidenten Barack Obama.
Tausende Demonstrieren am Sonnabend vor dem Lincoln Memorial in Washington gegen das politische Establishment.

Tausende Demonstrieren am Sonnabend vor dem Lincoln Memorial in Washington gegen das politische Establishment.

© dpa

Zwei Monate vor den Kongresswahlen in den USA machen Ultra-Konservative und die religiöse Rechte mobil. Zehntausende Demonstranten haben sich am Sonnabend vor dem Lincoln Memorial in Washington versammelt, um gegen angeblichen Zerfall nationaler und religiöser Werte und gegen das politische Establishment zu protestieren. „Wir müssen Amerika wiederstellen, wir müssen die Ehre Amerikas wiederherstellen“, rief Sarah Palin, die ehemalige Vize-Präsidentschaftskandidatin der Republikaner.

Zwar war die Veranstaltung nicht ausdrücklich gegen US-Präsident Barack Obama gerichtet - doch die ultra-konservative Stoßrichtung gegen die Regierung war unverkennbar. „Amerika beginnt heute, sich wieder zu Gott zu wenden“, rief der Organisator der Veranstaltung und Moderator des TV-Senders Fox News, Glenn Beck. Er sprach von mehreren hunderttausend Teilnehmern.

Die Veranstaltung galt nach Ansicht von Kommentatoren auch als Gradmesser für die Stärke der rechten „Tea-Party-Bewegung“, die seit über einem Jahr gegen die Regierung zu Felde zieht: Als Galions-Figur der Bewegung gilt Sarah Palin. Zahlreiche Mitglieder der Bewegung bemühen sich derzeit um eine Kandidatur bei den Kongresswahlen am 2. November, bei der die parlamentarische Mehrheit Obamas auf dem Spiel stehen könnte.

Zugleich brach eine erbitterte Kontroverse über den Ort der Veranstaltung am Samstag aus. Die Rechten versammelten sich an der Gedenkstätte für Abraham Lincoln, den 16. Präsidenten der USA - und damit ausgerechnet an dem Ort, wo vor genau 47 Jahren der später ermordete schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King seine berühmte „I have a dream“-Rede über eine Gesellschaft ohne Rassenschranken hielt.

Bürgerrechtler monierten die Wahl des symbolträchtigen Ortes im Herzen Washingtons, teilweise war von einer Provokation die Rede. Allerdings sprach auch Alveda King, eine Nichte des Bürgerrechtlers, vor dem Denkmal Lincolns. Sie meinte, die derzeit schlechte Wirtschaftslage „reflektiert die moralische Armut Amerikas.“

Beck selbst meinte, es handele sich in Wahrheit gar nicht um eine politische Veranstaltung. Das Motto der Demo heiße „Restoring Honor“ (Die Ehre wiederherstellen) und es gehe darum, die US-Truppen zu unterstützen sowie die traditionellen „amerikanischen Werte“ und Gottesglaube wieder zur Geltung zu bringen.

dpa


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