Navigation:
AboPlus Anzeigen- und Abo-Service

Energiekonzept der Bundesregierung

Deutsche Stadtwerke befürchten Investitionsstau zulasten der Umwelt

Angesichts des Energiekonzepts der Bundesregierung drohen die Betreiber der deutschen Stadtwerke damit, Investitionen in umweltfreundliche Energien zurückzustellen.
© dpa (Symbolbild)

Die Betreiber der deutschen Stadtwerke drohen damit, Investitionen in umweltfreundliche Energien zurückzustellen. Ihr Verbandspräsident, Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD), sagte mit Blick auf die Verlängerung der Atom-Laufzeiten: „Es ist aus meiner Sicht sehr klar absehbar, dass wir jetzt mehrere Jahre des Streits und der Unsicherheit vor uns haben. Und wir verlieren kostbare Zeit.“ Weils Verband kommunaler Unternehmen vertritt rund 800 Stadtwerke.

Die Stadtwerke engagierten sich ganz erheblich beim Ausbau von erneuerbaren Energien und vor allem bei besonders effizienten Methoden der Stromerzeugung wie der Kraft-Wärme-Kopplung oder Gas- und Dampfturbinen, sagte Weil. Dieser Strom stehe in unmittelbarer Konkurrenz zu Strom aus abgeschriebenen Atomkraftwerken. „Deswegen ist absehbar, dass gerade die besonders klimaschützenden Formen von Stromerzeugung unter wirtschaftlichen Druck geraten, und deswegen werden sich viele Stadtwerke überlegen, ob sie ihren Investitionskurs fortsetzen.“

„Wir wissen, dass die Stadtwerke Investitionen in Höhe von mehr als 12 Milliarden Euro planen oder im Genehmigungsverfahren haben. Und viele dieser vielen hundert einzelnen Projekte werden jetzt sicherlich erneut infrage gestellt werden oder auf den Prüfstand kommen“, erläuterte der Oberbürgermeister.

Der Energiekompromiss verfestige den mangelnden Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt. Während die Stadtwerke einen Anteil von etwa 10 Prozent an der deutschen Energieerzeugung hätten, läge der Anteil der vier großen Versorger bei 80 Prozent. „Wenn jetzt aber der Strom aus abgeschriebenen Atomkraftwerken am Markt weiter angeboten wird, dann haben es andere Anbieter sehr, sehr schwer. Das heißt, die bisherige Situation wird zementiert und die Chance für mehr Wettbewerb wird vergeben.“

Die Wahrscheinlichkeit für eine Kurskorrektur hält Weil für klein. „Wir werden als Stadtwerke selbstverständlich versuchen, die Bundesregierung von unseren Bedenken zu überzeugen, aber realistischerweise gehe ich davon aus, dass es jetzt einen gesellschaftlichen Konflikt geben wird über die Atomkraft insgesamt, den wir eigentlich seit zehn Jahren befriedet hatten.“ Am Ende werde das Bundesverfassungsgericht entscheiden müssen, ob die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke sich umsetzen lasse oder nicht.

dpa


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige




Eurotrainer 2012


Eurotrainer

Anzeige




Anzeige

WLZ-FZ bei facebook


Facebook

Anzeige




Anzeige

Aktuelle Umfrage

Praxisgebühr

Seit Wochen wird in der Politik darüber diskutiert, ob die Praxisgebühr für gesetzliche Krankenversicherte abgeschafft werden soll. Halten Sie die Gebühr, die pro Quartal zu zahlen ist, für sinnvoll?

Buntes

Olympische Spiele

Die Fackelträgerin aus Niedersachsen

Foto: Gisela Stomberg freut sich auf ihren großen Einsatz als Fackelträgerin und hofft auf ein Treffen mit ihrem Idol David Beckham.

Eine 51-Jährige aus Leer gehört zu den Trägern der olympischen Fackel. Sie fliegt dazu extra nach Großbritannien und hofft, dort ihr Fußballidol David Beckham zu treffen. mehr

KommentareKommentar/e



Lokale Nachrichten von Bürgerreportern

myheimat.de

Die lokale Mitmach-Plattform unserer Zeitung: Bürger berichten aus Ihrem Heimatort. Die besten Beiträge werden in Ihrer Zeitung abgedruckt. mehr


 

Gesundheitsportal


Gesundheitsportal

Terminkalender




Leben in unserer Region

Leben in unserer Region

Die Serie der Waldeckischen Landeszeitung / Frankenberger Zeitung gemeinsam mit dem Landkreis Waldeck-Frankenberg, sowie der Sparkasse Waldeck-Frankenberg. mehr