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Rückkehr

Nikolaus Brender startet Sendung auf n-tv

„Bei Brender!“ – nach dem Vorbild des amerikanischen TV-Klassikers „Meet the Press“ – will Nikolaus Brender einmal im Monat mit drei Kollegen einen Entscheider aus Politik oder Wirtschaft zum aktuellen Geschehen befragen.
Wieder da: Der ehemalige ZDF-Chef Nikolaus Brender

Wieder da: Der ehemalige ZDF-Chef Nikolaus Brender.

© dpa

Berlin. Bei seinem Abgang schlugen die Wogen hoch: Als der ZDF-Verwaltungsrat im November 2009 entschied, den Vertrag von Nikolaus Brender nicht zu verlängern, nutzte aller Protest nichts.

Trotz einer glänzenden Laufbahn war der ZDF-Chefredakteur den Konservativen im Gremium ein Dorn im Auge. Brender verabschiedete sich einige Monate später, er verschwand von der Mattscheibe. Heute nun meldet sich der 63-Jährige um 17.10 Uhr mit einer eigenen Interviewsendung im Nachrichtenkanal n-tv zurück. Erster Gast ist Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

„Bei Brender!“ – nach dem Vorbild des amerikanischen TV-Klassikers „Meet the Press“ – will der Journalist einmal im Monat mit drei Kollegen einen Entscheider aus Politik oder Wirtschaft zum aktuellen Geschehen befragen. Es sei eine Interviewrunde und kein „Talk“, betont Brender.

Seine Zwangspause vom Fernsehen hat Brender vor allem dazu genutzt, sich um seine Familie und um sich selber zu kümmern. Im Zorn blicke er auf seinen Abschied aus Mainz keineswegs. „Ich wäre mit meiner Zeit schändlich umgegangen, hätte ich deswegen zu Hause gesessen und mich in die Tischkante verbissen“, sagt Brender, der zurzeit an einem Buch über die Pressefreiheit arbeitet.

In Deutschland sei der Einfluss der Politiker auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen viel zu groß. „Die parteipolitisch gesteuerte Einmischung der Politik ist für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk heute nicht weniger bedrohlich“, sagt er. „Anders als in Österreich, wo die Einmischung der Politik im besten Alpenbarock offen zelebriert wird, versteht man es in Deutschland, Einmischung und Verquickungen besser zu verbergen.“ Nichts dazu gelernt hätten die Staatskanzleien, wie am Beispiel der Besetzung des MDR-Intendantenpostens deutlich geworden sei, sagt Brender.

dpa


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