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Neuerscheinung

Jubiläum: "Die drei ???" lösen ihren 150. Fall

Eine harte Nuss zum Jubiläum: Seit 1968 ermitteln „Die drei ???“ in Deutschland - mit "Geisterbucht" ist jetzt der 150. Fall der Juniordetektive Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews erschienen.
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© Kosmos

Knapp ist sie gehalten, die berühmte Visitenkarte der drei Detektive. „Erster Detektiv: Justus Jonas, zweiter Detektiv: Peter Shaw, Recherchen und Archiv: Bob Andrews“, ist darauf zu lesen. Und: „Wir übernehmen jeden Fall.“ Keine Telefonnummer, keine E-Mail-Adresse, stattdessen nur drei große Fragezeichen. Seit 1968 verteilt das Trio diese Karten. Und seitdem muss es auch erklären, was es denn bloß mit den drei Fragezeichen auf sich hat. „Das Fragezeichen ist das universelle Symbol des Unbekannten“, sagt Justus Jonas dann gerne. „Es steht für Rätsel, ungelöste Fragen und Geheimnisse, die wir untersuchen - und wir haben schon eine ganze Menge Rätsel gelöst.“

Etwas eitel ist er schon geworden, der erste Detektiv, aber nach 149 gelösten Fällen ist das vielleicht auch nicht verwunderlich. Mit schreienden Weckern, sprechenden Totenköpfen und tanzenden Teufeln hat er es dabei zu tun gehabt - und jeden noch noch so gruseligen Spuk mit viel Köpfchen als Scharlatanerie entlarvt. Die Buchreihe „Die drei ???“ ist eine Erfolgsgeschichte - besonders für den Kosmos-Verlag. Mehr als 16 Millionen „Drei ???“-Bücher hat er allein in Deutschland verkauft - mittlerweile erscheint die Reihe außerdem in China, Finnland, Lateinamerika, Tschechien und der Slowakei. In den USA, wo Robert Arthur die Juniordetektei 1964 erfand, wurde die Serie allerdings 1987 eingestellt.

Seit 1993 auch der letzte US-Roman ins Deutsche übertragen worden war, versorgt ein Team von sieben deutschsprachigen Autoren die Fans der „drei ???“ mit neuen Fällen.

Damit Justus, Bob und Peter, die längst nicht nur in der Stadtbücherei, sondern auch im Internet recherchieren, auch im digitalen Zeitalter unverwechselbar bleiben, hat das Kosmos-Lektorat einen eigenen - streng vertraulichen - „Drei ???“-Styleguide entwickelt. So ist wohl zu erklären, dass die Juniordetektive noch immer 16 Jahre alt sind und dass Peter nicht nur die Sportskanone, sondern bis heute auch der Hasenfuß des Trios ist. Er ist allerdings auch der Einzige der „drei ???“, der eine feste Freundin hat. Justus und Bob müssen nach kurzen Liebeleien jetzt wieder ein Singledasein fristen - ein Los, das man sonst nur von Boygroups kennt.

Auch beim 150. „Drei ???“-Buch, dem Dreifachband „Geisterbucht“, der soeben erschienen ist, ist fast alles so wie immer. Der Fall beginnt mit einem rätselhaften Testament. „Fragt Ismael nach Moby Dick und geht den Weg, den er euch schickt. Euch geb' ich meine Schuld zum Erbe, damit ich nicht ganz ehrlos sterbe“ heißt es da. „Ich habe mal wieder kein Wort verstanden“, mault Peter - und dem Leser geht es ähnlich.

Zum Jubiläum hat Autorin Astrid Vollenbruch Justus, Peter und Bob eine besonders harte Nuss zu knacken gegeben. Dass die Juniordetektive aus der kalifornischen Kleinstadt Rocky Beach bald mittendrin sind in einer gefährlichen Geschichte um geraubte Juwelen aus Indien, ist wieder einmal Justus' Ehrgeiz zu verdanken: Wie schon beim ersten Fall „Gespensterschloss“ schlägt der erste Detektiv alle Warnungen in den Wind - und findet sich wenig später im Keller eines brennenden Hauses wieder.

Die „Geisterbucht“ ist aber nicht nur spannender Lesestoff für Kinder und Jugendliche, auch ältere „Drei ???“-Fans dürften ihren Spaß an der rund 375 Seiten dicken Geschichte haben - denn Vollenbruch hat die Detektei nicht nur behutsam modernisiert, sondern auch viele selbstironische Anspielungen im Text versteckt. Es ist ein schönes Wiedersehen mit der dienstältesten Boygroup der Krimiszene.

Geisterbucht“ ist im Kosmos-Verlag erschienen.

[Karsten Röhrbein]

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