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Von Bach bis Vivaldi

Am Sonnabend ist Musiktag in Hannover mit 36 Konzerten

Rund 230 Mitwirkende, 36 Konzerte, 17 verschiedene Spielorte: Am Sonnabend steht Hannover ganz im Zeichen des NDR-Musiktags. In der ganzen Stadt ist klassische Musik zu hören, fast alle Konzerte sind gratis.
Chef und Ehrendirigent: Eivind Gullberg Jensen (links) und Eiji Oue vor dem Funkhaus.

Chef und Ehrendirigent: Eivind Gullberg Jensen (links) und Eiji Oue vor dem Funkhaus.

© Christian Behrens

Auch wenn es derzeit nicht so aussieht: Der Frühling kommt. Am Sonnabend etwa um 11 Uhr 11. Dann ist beim Eröffnungskonzert des diesjährigen NDR ­Musiktags Antonio Vivaldis Violinkonzert „Der Winter“ verklungen. Und anschließend beginnt der Frühling – verspricht Eiji Oue. Der hat vor acht Jahren den Musiktag erfunden, „um die Musik zu den Menschen zu bringen“. Und ist auch in diesem Jahr in seiner Doppelfunktion als Ehrendirigent der NDR Radiophilharmonie und als Professor (für Dirigieren) an der hiesigen Musikhochschule der richtige Mann, um diese Koproduktion der beiden Institutionen zu eröffnen: um 11 Uhr im Richard-Jakoby-Saal der Musikhochschule.

Das Abschlusskonzert um 20 Uhr im Großen Sendesaal des Landesfunkhauses bestreitet dann Oues Nachfolger als Chefdirigent der NDR Radiophilharmonie: ­Eivind Gullberg Jensen. Der langjährige Konzertmeister des Orchesters, Volker Worlitzsch, verabschiedet sich als Solist mit Beethovens Violinkonzert von seinem Publikum, anschließend erklingt Dvoráks achte Sinfonie.

Der fünfte Musiktag Hannover kann mit Superlativen aufwarten: Rund 230 Mitwirkende gestalten 36 Konzerte an 17 verschiedenen Spielorten. Neu dabei sind das GOP und vier Kirchen. Erstmals gibt es Themenschwerpunkte. Immerhin fünf der sechs Brandenburgischen Konzerte von J. S. Bach werden von drei unterschiedlichen Ensembles dargeboten: um 12.30 Uhr in der Gartenkirche, um 14.15 Uhr in der Kreuzkirche und um 16 Uhr in der Neustädter Hof- und Stadtkirche. Dieser Zyklus ist für mobile Musikfreunde also zu schaffen. Die verschiedenen klingenden Huldigungen an den Jubilar Robert Schumann zu dessen 200. Geburtstag dagegen überschneiden sich teilweise zeitlich, aber auch das gehört zum Wesen des Musiktags. Man kann nicht alles hören, darf sich aber überraschen lassen. Beispielsweise auf der NDR Kulturbühne auf dem Opernvorplatz, wo gegen 14.30 Gullberg Jensen im Gespräch zu erleben ist.

Dessen Vorgänger Eiji Oue sieht die Akteure als „Schützer der Geschichte“, die dennoch in die Zukunft starten: Es gibt also auch zeitgenössischere Klänge, etwa mit George Crumbs „Stimme des Wals“ für drei maskierte Spieler mit elektronisch verstärkten Instrumenten.

Für das ausverkaufte Eröffnungskonzert muss man auf nicht abgeholte Karten hoffen, für das Abschlusskonzert gibt es noch Restkarten: Die Abendkasse des NDR ist ab 16.30 Uhr geöffnet. Alle anderen Konzerte sind gratis: Wer zuerst kommt ...

[Rainer Wagner]

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