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Wo ist Mirco?

Suche nach vermisstem Zehnjährigen bisher erfolglos

Die gelben Jacken der Polizeibeamten stechen an diesem trüben Regentag ins Auge. Zu Hunderten laufen sie durch schlammige Felder, durchsuchen akribisch Büsche, Hecken und Mülltonnen. Vor einer Woche verschwand der zehnjährige Mirco aus dem niederrheinischen Grefrath auf dem Weg von einer Skater-Anlage nach Hause. Fieberhaft suchen seitdem Polizisten aus ganz Nordrhein-Westfalen nach einer Spur des Jungen – bisher ohne Erfolg.
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Rund 1000 Polizisten haben am Donnerstag weiter nach dem zehnjährigen Mirco gesucht.

Rund 1000 Polizisten haben am Donnerstag weiter nach dem zehnjährigen Mirco gesucht.

© dpa

Auch am Donnerstag waren rund 1000 Beamte im Einsatz und durchkämmten die Felder neben der Landstraße 39, westlich von Grefrath. Wegen des anhaltenden Regens kamen die Suchtrupps allerdings nur langsam voran. „Vieles steht unter Wasser, es ist modderig und sumpfig“, berichtete eine Polizeisprecherin.

Ein etwa 30 Quadratkilometer großes Gebiet haben die Helfer bisher durchsucht. Dabei haben sie mehrere Gegenstände gefunden, die mit Mircos Verschwinden zusammenhängen könnten: Werkzeuge, mehrere Messer, zugeklebte Plastiktüten und Kleidung – auch Kinderkleidung. „Die Gegenstände werden nun im Landeskriminalamt nach DNA-, Microfaser- und biologisch-mikroskopischen Spuren untersucht“, sagt Peter Spiertz, Pressesprecher der Polizei Mönchengladbach. Wann mit ersten Ergebnissen zu rechnen sei, weiß Spiertz nicht. „Das kann dauern. Die Kleidung war völlig durchnässt und muss erst steril von alleine trocknen, bevor sie untersucht werden kann“, erklärt er. Der Fall Mirco habe beim Landeskriminalamt (LKA) aber oberste Priorität. „Wir arbeiten eng mit dem LKA zusammen“, betont er. Auch sogenannte Profiler seien im Einsatz.

Aus der Bevölkerung haben die Ermittler bisher rund 300 Tipps erhalten. Der entscheidende Hinweis auf den Fahrzeugtyp des dunklen Wagens, der am Abend von Mircos Verschwinden von Zeugen am Ortsausgang von Grefrath gesehen worden war, fehlt jedoch weiterhin. An derselben Stelle wurde später das Fahrrad des Zehnjährigen gefunden.

Auch mithilfe des Internets wird mittlerweile nach dem Jungen gesucht. Die Initiative „Vermisste Kinder“ aus Hamburg ruft unter dem Titel „Deutschland findet Euch“ auf der eigenen Seite sowie im Netzwerk „Facebook“ zur Mithilfe auf. Mehr als 3000 Nutzer haben sich Mircos Profil bereits angesehen. Zudem hat ein Suchportal aus den Niederlanden auf seiner Internetseite ein Foto des Jungen veröffentlicht.

Die zusätzliche Hilfe freut Spiertz. Er appelliert jedoch an die Internetnutzer, Hinweise nicht ins Netz zu schreiben, sondern direkt die Polizei anzurufen. „Die Bewertung der Hinweise behalten wir uns vor“, sagt er. Außerdem sei jeder Zeitverlust unverantwortlich. Es gebe immer noch die Möglichkeit, dass der Junge lebe, auch wenn die Wahrscheinlichkeit mit jedem Tag sinke. „Die Zeit ist ein gravierender Faktor für uns. Jeden Tag, den wir verlieren, können wir nicht mehr aufholen.“

Gestern Abend wollten die Menschen in der Grefrather St.-Laurentius-Kirche in einem ökumenischen Gottesdienst für Mirco beten. Seine Eltern und seine drei Geschwister wurden nicht erwartet. Sie werden seit Mircos Verschwinden von der Christengemeinde Krefeld betreut, der sie angehören.

Judith Seiffert/dpa


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