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Berlin

Polizei bestätigt Festnahme nach Poker-Raub

Die Polizei hat eine Woche nach dem Überfall auf ein Poker-Turnier in Berlin einen mutmaßlichen Täter festgenommen. Das teilte Polizeisprecher Frank Millert am Sonnabendvormittag mit und bestätigte damit einen Bericht der „Berliner Morgenpost“ (Sonnabend).
Auf ein im Hyatt Hotel stattfindendes Pokerturnier war am 06. März 2010 ein Überfall verübt worden.

Auf ein im Hotel Hyatt stattfindendes Pokerturnier war am 06. März 2010 ein Überfall verübt worden.

© dpa (Archiv)

Eine Woche nach dem spektakulären Überfall auf ein Poker-Turnier in Berlin kann die Polizei einen ersten Erfolg verbuchen. Sie nahm in der Nacht zum Sonnabend einen mutmaßlichen Täter fest, teilte Polizeisprecher Frank Millert am Sonnabendmorgen mit. Angaben der „Berliner Morgenpost“ (Sonntag), nach denen der Festgenommene eine Beteiligung an der Tat bestreite, und schon einmal an einem Casino-Raub beteiligt gewesen sein soll, bestätigte die Polizei nicht. Laut Nachrichtenmagazin „Spiegel“ war die Ausrichtung des Turniers rechtlich nicht einwandfrei.

Nach Angaben der Polizei wurde der Tatverdächtige am Freitagabend gegen 21.00 Uhr in einer Wohnung in Berlin von Spezialeinsatzkräften der Polizei festgenommen. Zuvor hatte ein Richter am Amtsgericht Tiergarten Haftbefehl erlassen. Der Vorwurf lautet auf gemeinschaftlichen schweren Raub. Nach der Festnahme durchsuchte die Polizei zwei Wohnungen, um weiteren mutmaßlichen Tätern auf die Spur zu kommen.

Am vergangenen Sonnabend waren vier bewaffnete Männer in das Grand Hyatt Hotel am Potsdamer Platz in Berlin-Mitte gestürmt und hatten während eines dort ausgetragenen internationalen Poker-Turniers rund 242 000 Euro erbeutet.

Nach Angaben der Zeitung soll der Tatverdächtige arabischer Herkunft sein und schon beim Überfall auf ein Spielcasino am Alexanderplatz 2004 dabei gewesen sein. Dafür sei er rechtskräftig zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden und erst seit kurzen wieder auf freiem Fuß sein. Das bestätigte die Polizei jedoch nicht.

Das Raubkommissariat vom Landeskriminalamt (LKA) hatte schon Mitte vergangener Woche den Fall mit früheren Überfällen verglichen, um aus Parallelen Rückschlüsse auf die Täter ziehen zu können. Nach dem Raubüberfall auf das Casino im Hotel „Park Inn“ im Jahr 2004 wurden vier Männer, die zu einer arabischen Großfamilie gehörten, gefasst und verurteilt.

Die Polizei und Staatsanwaltschaft baten am Sonnabendvormittag die Öffentlichkeit um Verständnis, dass aus ermittlungstaktischen Gründen keine weiteren Angaben über den Stand der Fahndung gemacht werden könnten.

Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ schreibt, war das Poker- Turnier nicht mit dem Glücksspielstaatsvertrag vereinbar. Andere Bundesländer wie Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen hätten das Spiel deshalb verhindert. Grundsätzlich sei Pokerspiel mit hohen Einsätzen nur in zugelassenen Spielbanken mit entsprechenden Sicherheitseinrichtungen erlaubt. Um das Turnier dennoch ausrichten zu können, sei die Spielbank Berlin zum alleinigen Veranstalter und das Grand Hyatt zum „zeitweiligen Spielbankstandort“ erklärt worden.

Anschließend war scharfe Kritik an den mangelnden Sicherheitsvorkehrungen laut geworden. Der Chef der Polizeigewerkschaft im Beamtenbund, Rainer Wendt, hatte dem Turnierveranstalter European Poker Tour (EPT) vorgeworfen, wer mit solchen Geldsummen in bar hantiere und sie offen herumliegen lasse, müsse dafür sorgen, dass genügend Sicherheitspersonal da ist.

dpa


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