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Antrag

Oberharzer Wasserwirtschaft bald Unesco-Welterbe?

Viel älter und komplexer als ähnliche Kulturdenkmäler in Europa: Die Oberharzer Wasserwirtschaft könnte die Welterbestätte Goslar erheblich erweitern. Ende Juli entscheidet das Unesco-Welterbekommitte über die Aufnahme.
Die Oberharzer Wasserwirtschaft versorgte den Harzer Bergbau mit Wasserkraft.

Die Oberharzer Wasserwirtschaft versorgte den Harzer Bergbau mit Wasserkraft.

© apn

Das Unesco-Welterbekomitee will auf seiner jährlichen Tagung in Brasilia über die Aufnahme der Oberharzer Wasserwirtschaft in das Kulturerbe der Menschheit entscheiden. Das System aus Teichen, Gräben, Stollen und Wasserläufen, das ab dem Mittelalter für die Versorgung des Harzer Bergbaus mit Wasserkraft errichtet wurde, ist das einzige deutsche Kulturdenkmal, dessen Aufnahme auf der Tagesordnung steht.

Die Wasserwirtschaft solle die bestehende Welterbestätte in Goslar erweitern, teilte die Deutsche Unesco-Kommission am Dienstag in Bonn mit. Bei der zehntägigen Sitzung des Welterbekomitees, die am Sonntag beginnt, kandidieren insgesamt 32 Kultur- und Naturstätten für die Welterbeliste.

Der Antrag für Aufnahme der Oberharzer Wasserwirtschaft wurde bereits vor zwei Jahren gestellt. Er stammt aus dem niedersächsischen Kulturministerium und wurde der Unesco über das Auswärtige Amt als deutscher Antrag zugeleitet.

Nach Angaben des Kulturministeriums in Hannover wurde das Kanalsystem für den Antrag bei der Unesco mit ähnlichen Systemen in Norwegen, der Slowakei und im sächsischen Freiberg verglichen. Dabei habe sich gezeigt, dass die Wasserwirtschaft im Harz viel älter und auch viel komplexer als ähnliche Kulturdenkmäler in Europa sei.

Die Welterbestätte Goslar, die durch das Wassersystem erheblich erweitert werden soll, besteht bislang aus der Goslarer Altstadt und dem Rammelsberg, der im Mittelalter das wichtigste Silbervorkommen des deutschen Reiches beherbergte.

Die noch heute Wasser führenden Teile der Oberharzer Wasserwirtschaft werden seit Jahrzehnten von den Harzwasserwerken unterhalten. Diese versorgen ansonsten große Teile Niedersachsen mit Trinkwasser aus den Talsperren des Mittelgebirges.

Das Welterbekomitee will erst am 30. und 31. Juli, in der zweiten Hälfte seiner Tagung, über die Anträge auf Neuaufnahme in die Erbeliste entscheiden. "Der Antrag zur Aufnahme des Oberharzer Wassersystems will der Welterbestätte Goslar einen ganz neuen Akzent geben", sagt der Sprecher der Deutschen Unesco-Kommission, Dieter Offenhäuser. Nach Angaben des niedersächsischen Kulturministeriums gelten für Anträge auf Erweiterung bestehender Welterbestätten mittlerweile die gleichen Anforderungen wie für gänzliche neue Anträge.

apn


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