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Massenpanik

Loveparade in Duisburg: 19 Tote und viele offene Fragen

19 Raver starben bei der Duisburger Loveparade. Nach dem Unglück fragen Angehörige und Öffentlichkeit nach den Ursachen. Auf einer Pressekonferenz von Stadt und Veranstaltern blieben viele Fragen offen.
Bei einer Massenpanik auf der Loveparade in Duisburg sind 19 Menschen ums Leben gekommen.

Bei einer Massenpanik auf der Loveparade in Duisburg sind 19 Menschen ums Leben gekommen.

© dpa

Wo starben die Raver?

Die Menschen kamen im Bereich eines breiten Tunnels ums Leben, der zum Festivalgelände führt. Die meisten Toten fanden die Helfer auf der westlichen Seite der Zugangsrampe, direkt am Tunnel. Der Tunnel war einziger offizieller Zugang zur Loveparade auf alten Güterbahnhof.

Woran sind die Menschen gestorben?

Das ist nicht klar. Veranstalter und Stadt verwiesen auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Augenzeugen aus dem Unglückstunnel berichteten, dass sich dort tausende Menschen drängten. Nichts ging mehr, es herrschte unvorstellbare Enge - das zeigen auch Fotos und Videos. Raver seien gestürzt, andere auf sie gefallen. Nach den Augenzeugenberichten erstickten viele Opfer, wurden erdrückt oder zu Tode getrampelt. Die Opfer waren in der Menschenmasse zudem so eingeklemmt, dass Helfer sie nicht herausziehen konnten.

Woher stammen die Opfer?

Bei der Massenpanik starben 11 Frauen und 8 Männer. Unter den Toten sind 11 Deutsche. Die anderen Opfer kommen aus den Niederlanden, Australien, Italien, China, Spanien und Bosnien.

Gab es vorher Warnungen?

Ja. Kritiker bemängelten, dass das Gelände wegen des komplizierten Zugangs über Tunnel und Rampen für so so viele Menschen ungeeignet sei. Im Internet wurde ein zu schmaler Zugang kritisiert.

Was wird den Veranstaltern vorgeworfen?

Dass ihr Sicherheitskonzept nicht für so große Teilnehmerzahlen ausgelegt war.

Wie reagieren die Veranstalter auf die Vorwürfe?

Die Verantwortlichen der Stadt Duisburg und die Veranstalter sagten umfassende Aufklärung zu. Sie verwiesen am Sonntag jedoch auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Diese müssten abgewartet werden. Zentrale Fragen blieben unter Verweis auf diese Untersuchungen unbeantwortet.

Warum wurde die Musik nicht sofort ausgestellt?

Die Veranstalter haben die DJs angewiesen, trotz der Katastrophe weiter aufzulegen. Sie hatten Angst, dass sich bei einem abrupten Ende der Musik Panik ausbreitet und noch mehr Menschen verletzt werden oder gar ums Leben kommen. Viele Feiernde erfuhren erst Stunden später, dass sich nur wenige Meter von ihnen entfernt eine Tragödie abgespielt hatte.

Wie viele Helfer gab es?

Rund 4000 Polizisten und etwa 1000 Kräfte des privaten Veranstalters waren im Einsatz. Hinzu kamen über 1000 Sanitäter und 2600 Feuerwehrleute aus ganz Deutschland.

Wie kam die Loveparade nach Duisburg?

Sie zog im Sommer 2007 von Berlin ins Ruhrgebiet. Fünf Jahre lang sollte die Techno-Party durch Essen, Dortmund, Bochum, Duisburg und Gelsenkirchen touren. In Duisburg fehlten zunächst 840.000 Euro. Sponsoren und das Land Nordrhein-Westfalen finanzierten schließlich das Ereignis.

Welche Bedeutung hatte die Loveparade?

Sie ist die bekannteste Technoparty der Welt, gegründet 1989 von Elektro-DJ Dr. Motte in Berlin. Auf dem Höhepunkt im Jahr 1999 zog sie 1,5 Millionen Menschen nach Berlin.

Wird es noch einmal eine Loveparade geben?

Nach Angaben von Organisator Rainer Schaller: nein.

dpa


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