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Erdwärmebohrung

Lage am Erdloch in Kamen angespannt

Die Lage an dem Erdeinbruch in Kamen-Methler in Nordrhein-Westfalen bleibt angespannt. Nachdem sich am Wochenende weitere Risse gebildet hätten, mussten am Sonntag zwei zunächst wieder bezogene Häuser erneut evakuiert werden, sagte Stadtsprecher Hanno Peppmeier.
Erdwärmebohrung Kamen Bergbau Tagebruch Sondierungsbohrung

Das etwa vier Meter tiefe und zwölf Meter umfassende Loch war bei Erdwärmebohrungen für einen Hausneubau entstanden.

© Henryk Brock/ddp

Zudem wurde ein nicht bewohntes Haus gesperrt. Damit können derzeit vier Häuser in dem Bereich nicht genutzt werden. Etwa ein Dutzend Menschen ist davon betroffen.

„Ursprünglich waren wir am Samstagabend noch optimistisch, dass sich die Lage beruhigt hat, doch dann wurden bei einer Überprüfung des nicht mehr bewohnbaren Hauses neue Rissbildungen festgestellt“, sagte Peppmeier. Deswegen mussten zwei Bewohner eines Nachbarhauses das Gebäude in der Nacht zum Sonntag räumen. Zudem wurden an einem Giebel eines weiteren Hauses Risse bemerkt - auch diese Bewohner mussten erneut ausziehen.

Laut dem Stadtsprecher sollen die Gebäude nun gesichert werden. Dann könnten die Bewohner wieder einziehen. Allerdings sollten die Arbeiten an dem am Giebel beschädigten Haus etwa 18 bis 20 Stunden in Anspruch nehmen. Nach Angaben des zuständigen Geologen sind die Rissbildungen Folge der Bodenverformungen und können in den kommenden Tagen immer wieder auftreten. Deshalb wurden die Prüfintervalle inzwischen verkürzt.

Derweil dauert auch die Ursachensuche an dem Erdloch an. Das rund 2,5 Tonnen schwere Bohrgestänge, das bei dem Zwischenfall in dem Loch versank, wurde mittlerweile geborgen. Das Loch wurde mit Erdreich und Schotter verfüllt.

Am Montag sollen laut dem Stadtsprecher die Sondierungsbohrungen weitergehen, mit denen die Ursache ermittelt werden soll. Ab Mittwoch sind zudem Tiefenbohrungen geplant, die bis zu einer Tiefe von rund 80 Metern gehen sollen. Mit einem Ergebnis zur mutmaßlichen Ursache für den Erdeinbruch wird nach Angaben von Peppmeier erst in der Woche ab dem 20. Juli gerechnet.

Nach dem Zwischenfall war zunächst vermutet worden, dass es sich um einen durch den Bergbau verursachten Tagebruch handelt. Experten hatten dies jedoch ausgeschlossen, da es in dem Bereich keinen Bergbau gegeben hat. Man habe weiterhin keine Hinweise darauf, dass der Zwischenfall durch den Bergbau verursacht wurde, betonte Peppmeier am Sonntag.

Am Donnerstagabend waren wegen des Erdeinbruchs elf Wohnhäuser evakuiert worden. Das etwa vier Meter tiefe und zwölf Meter umfassende Loch war bei Erdwärmebohrungen für einen Hausneubau entstanden. Zudem bildeten sich Bodenrisse, die sich immer weiter ausdehnten. Daraufhin wurden die Häuser vorsorglich geräumt. Davon waren 46 Menschen betroffen. Sie wurden zunächst anderweitig untergebracht. Verletzt wurde niemand.

Nach der Überprüfung der Häuser konnten die meisten Bewohner zunächst wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Lediglich das unmittelbar am Erdloch liegende Haus konnte nicht wieder bezogen werden. Im Laufe des Wochenendes wurden dann die übrigen drei Häuser erneut gesperrt.

ddp


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