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Wetter

Kältehoch „Cooper" gefährdet Wintergetreide

Mit eisiger Luft aus Sibirien kühlt Hoch „Cooper“ Deutschland und Osteuropa auf Gefrierschrank-Niveau herunter. In Polen und im Baltikum sind bereits 14 Menschen erfroren. In Deutschland fürchten die Landwirte um ihr Wintergetreide, sollte kein Schnee fallen.
Minus 20 Grad in Przemysl, Polen.

Minus 20 Grad in Przemysl, Polen.

© dpa

Offenbach. Die Kälte kriecht von Ost nach West übers ganze Land. Am Montagmorgen herrschten im Osten stellenweise bereits zweistellige Minusgrade. Um 8 Uhr registrierte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Görlitz 10,4 Grad unter null, in Cottbus waren es minus 9,9 Grad. Auch im übrigen Land herrschte Frost - die beiden einzigen Stationen ohne Minuszeichen waren Karlsruhe (plus 0,2 Grad) und Mannheim (0,6 Grad).

Die Landwirte in Niedersachsen bangen wegen des harten und zugleich trockenen Frosts um ihr Wintergetreide. „Wenn es noch kälter wird, aber nicht der nötige Schnee fällt, kann das zum Problem werden“, sagte Werner Bosse vom Landesbauernverband am Montag in Hannover.

Die eisigen Temperaturen sorgten am Montag auch in Polen für den bisher kältesten Tag des Winters. Am Wochenende erfroren mindestens zehn Menschen. Allein in der Nacht zu Montag kamen bei eisigen Minusgraden fünf Menschen ums Leben, teilte eine Sprecherin des Innenministeriums am Montag mit. Im Dorf Stuposiany, gelegen im südostpolnischen Bieszczady-Gebirge, betrug die Temperatur am Morgen minus 27 Grad. In mehreren Städten des Landes waren angesichts der angekündigten Kältewelle bereits am Wochenende zusätzliche Übernachtungsplätze für Obdachlose eingerichtet worden.

Der eisiger Frost hat auch Tschechien fest im Griff: Die tiefste Temperatur wurde am Montagmorgen mit minus 20,9 Grad in der Gemeinde Svetla Hora im Altvatergebirge gemessen. Bis Ende der Woche könnte das Quecksilber nach Angaben der Meteorologen an einzelnen Orten sogar auf bis zu minus 35 Grad sinken. Gefährlich ist die Frostwelle für die etwa 3000 Obdachlosen in Prag. Neun Wohnungslose starben nach Angaben des Rettungsdienstes in diesem Winter bereits auf Prags Straßen. 

Bulgarien hat angesichts der Kälte fast im ganzen Land die zweithöchste Warnstufe orange ausgerufen. Am kältesten war es mit 24 Grad unter null in der Stadt Tschirpan, berichtete das Staatsradio am Montag. Für die mittelbulgarische Stadt sei dies ein neuer Kälterekord - der alte bestand seit 1933. Straßen und Bürgersteige wurden vielerorts zu Rutschbahnen. Dutzende Menschen mussten mit Bein- oder Armbrüchen zum Arzt.

In Lettland starben drei Menschen an Erfrierungen, berichteten lokale Medien am Montag. In Litauen erfror ein weiteres Kälteopfer. Nach Angaben der meteorologischen Institute sind in Estland, Lettland und Litauen Anfang Februar stellenweise Tiefstwerte unter minus 30 Grad in der Nacht möglich.

Ausläufer der Kältewelle haben auch auf Spanien übergriffen. Auf der Ferieninsel Mallorca schneite es im Bergland der  Sierra de Tramuntana zum ersten Mal in diesem Jahr. Auf dem Festland herrschte in weiten Teilen Nord- und Mittelspaniens Nachtfrost.

Der Kälterekord im Messnetz des Deutschen Wetterdienstes ist unterdessen aber noch in weiter Ferne. Er liegt bei minus 37,8 Grad, gemessen am 12. Februar 1929 im bayerischen Wolnzach-Hüll nördlich von München.

dpa/kas


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