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Ruhrgebiet

Hunderttausende bei Loveparade in Duisburg

Schrill, laut und viel nackte Haut: Die Loveparade hat den alten Güterbahnhof in Duisburg am Sonnabend in eine große Party verwandelt. Kurz nach 14 Uhr feierten Hunderttausende Technofans die dritte „Liebesparade“ im Ruhrgebiet.
Loveparade in Duisburg.

Loveparade in Duisburg.

© dpa

Ein Zug aus 15 Wagen, den Floats, setzte sich umgeben von Ravermassen in Bewegung. Tänzer und Floats wirbelten Dreck und Staub zu Wolken auf. Auch außerhalb des Geländes tanzten Zehntausende in der Innenstadt.

Nach dem Umzug der Floats legten Elektrostars wie Tiësto aus den Niederlanden, Loveparade-Legende Westbam, DJ Moguai oder der weltweit bekannte House-DJ David Guetta („When Love Takes Over“) zur musikalischen Kundgebung auf. Motto der diesjährigen Loveparade ist „The Art Of Love“. Die gleichnamige Hymne lieferte der deutsche DJ Anthony Rother. „Die Loveparade steht seit eh und je für elektronische Musik, die auch international Aufmerksamkeit erregt“, sagte DJ André Tanneberger mit dem Künstlernamen ATB.

Die Bundespolizei war mit über 1200 zusätzlichen Polizeibeamten im Einsatz, um den Besuchern einen sicheren Weg vom Bahnhof zum Partygelände zu ermöglichen. Zu einem Besucherstau kam es vor dem alten Güterbahnhof. Teilweise ging gar nichts mehr - die wartenden Raver mussten sich gedulden. Der Hauptbahnhof musste zeitweise wegen übermütiger Besucher auf den Gleisen gesperrt werden. Besonders in Sonderzügen wurde schon vor der Veranstaltung reichlich getrunken.

Entlang des Wegs zum Partygelände mischten sich auch Anwohner unter die Raver. Nadine Bolk (31) und Mareike Nehring (28) machten es sich auf der Mauer vor ihrem Haus mit einem Teller Spaghetti mit Tomatensoße gemütlich. „Ich finde es gut, dass die Loveparade in Duisburg ist“, sagte Nadine Bolk. Auch die Stimmung der Tanzenden vor den Hauptbühnen war gut: „Das Wetter ist gut, die Leute sind nett und die Musik macht Spaß“, sagte Nina Lessenich (17) aus Aachen. Sie trug eine neon-pinke Latzhose, andere verzichteten weitgehend auf Kleidung und ließen die Sonne auf ihre nackten Oberkörper scheinen.

Die Loveparade gilt als eine der wichtigsten und größten Veranstaltung zur „Ruhr.2010“ im Kulturhauptstadtjahr. Cheforganisator Fritz Pleitgen mischte sich unter die Tänzer und denkt schon an eine Dauereinrichtung. „Ich hoffe, die Loveparade wird im Ruhrgebiet jetzt auch heimisch“, sagte er in die Kameras.

Die Raver-Parade war 1989 in Berlin gegründet worden und ist 2007 in Ruhrgebiet gezogen. 2009 hatte die Stadt Bochum kein geeignetes Gelände gefunden. Im Sommer 2011 soll die Loveparade in Gelsenkirchen Station machen.

dpa


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