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Rotes Meer

Hai tötet deutsche Urlauberin in Ägypten

Ein Hai hat eine deutsche Urlauberin am Strand der ägyptischen Touristenhochburg Scharm al-Scheich angegriffen und getötet. Das Tier riss der 70-Jährigen am Sonntag im Roten Meer den rechten Arm und ein Bein ab.
Ein Hai hat im Roten Meer eine 71-Jährige getötet.

Ein Hai hat im Roten Meer eine 71-Jährige getötet.

© dpa

Haie machen seit mehreren Tagen die Küste des beliebten ägyptischen Ferienortes Scharm el-Scheich unsicher. Am Sonntag ist nun eine deutsche Urlauberin ist bei einem Haiangriff ums Leben gekommen. Die 71-Jährige badete im Wasser direkt vor ihrem Hotelstrand, als sie der Hai attackierte und ihr den rechten Unterarm sowie einen Unterschenkel abriss. Die Frau, die aus dem süddeutschen Baden-Württemberg stammt, konnte nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden.

Haiangriffe im Roten Meer sind normalerweiße äußerst selten, aber innerhalb der vergangenen Woche wurden vier Schnorchler aus Russland und der Ukraine in den Gewässern vor Scharm el-Scheich von einem Weißspitzen-Hochseehai angegriffen und zum Teil schwer verletzt worden. Einer 48 Jahre alten Russin biss einer der Haie einen Unterarm ab, ein anderer Schnorchler verlor beide Arme.

Dann verkündeten die Behörden vor zwei Tagen, sie hätten zwei der in die Attacken verwickelten Haie gefangen. Die ägyptische Umweltgruppe HEPCA meldete schnell Zweifel an, weil die Fotos der gefangenen Tiere nicht mit Zeugenaussagen übereinstimmten. Dennoch öffneten die Behörden die zwischenzeitlich gesperrten Strände nach ihrem vermeintlichen Fang wieder. Nach dem Tod der deutschen Touristin darf nun wieder niemand hinausschwimmen.

„Ein Hai kann Hunderte von Kilometern weit schwimmen, da macht es wenig Sinn, einzelne Strände zu schließen“, meint der ägyptische Meeresbiologe Mahmud Hanafy von der Suezkanal-Universität. Ohnehin verstehe er die ganze Aufregung nicht. „Jedes Jahr gibt es in Ägypten acht Millionen Tauchgänge. Wenn es auf einer Straßen einen Verkehrsunfall gibt, dann sperrt man auch nicht die gesamten Straßen des Landes ab.“

Eine Rotmeer-Tauchführerin, sagte, dass es sich beim Weißspitzen-Hochseehai um eine sehr neugierige Art handele, die aber normalerweise dem Menschen nicht gefährlich werde. „Das geschieht nur, wenn die Menschen Fehler machen.“ Ein Problem sei, dass sich vor allem russische Touristen in Scharm el-Scheich gerne mit Haien fotografieren ließen. Daher werfen einige der Touristenunternehmen von Booten aus tote Schafe ins Wasser, um die Haie anzulocken. „Damit kommen die Raubfische nicht nur in Küstennähe, sondern beginnen Menschen mit Futter zu assoziieren“, sagte die Taucherin.

Der Umweltexperte Magdi el Alwani erklärte dagegen, der Hai könnte durch die Überfischung seiner natürlichen Jagdgründe Richtung Küste getrieben worden sein. In Ägypten wird nun befürchtet, dass die Tourismus-Industrie unter der jüngsten Angriffsserie leiden könnte. Badeurlauber sorgen für rund 66 Prozent der Einnahmen im Tourismus.

Der Artikel wurde aktualisiert.

afp/dapd/dpa


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