Navigation:
AboPlus Anzeigen- und Abo-Service

Soltau-Fallingbostel

Doppelmord erschüttert Dorfmark - Verdächtiger gefasst

Grausiges Verbrechen in Dorfmark: In dem kleinen Ort bei Bad Fallingbostel sind am Freitagmorgen ein Mann und eine Frau nach einer Gewaltattacke vor einem Wohnhaus gestorben. Wie die Staatsanwaltschaft Verden mitteilte, sei noch am Vormittag ein Tatverdächtiger festgenommen worden.
Lesezeichen setzen:


 Der Renault des Tatverdächtigen wird aus dem Waldstück abgeschleppt. Vorher hatte der Mann sich selbst lebensgefährlich verletzt.

Der Renault des Tatverdächtigen wird aus dem Waldstück abgeschleppt. Vorher hatte der Mann sich selbst lebensgefährlich verletzt.

© Schulz

 

Eine 36-jährige Frau und ihr fünf Jahre jüngerer Freund sind am frühen Freitagmorgen vor ihrem Wohnhaus in Dorfmark im Kreis Soltau-Fallingbostel erstochen worden. Die Nachbarn in dem 3500-Einwohner-Ort, der direkt an der Autobahn 7 liegt, reagierten entsetzt auf die Bluttat. Der tödliche Messerangriff ereignete sich um kurz vor 6 Uhr morgens. Vermutlich wollten sich das Paar zu diesem Zeitpunkt auf den Weg zur Arbeit machen.

Offenbar hatte der Mörder den beiden aufgelauert, denn wenig später lagen die 36-jährige Frau und ihr 31-jähriger Lebenspartner stark blutend vor der Haustür. Anwohner waren durch den Lärm und Schreie aufgeschreckt worden. Eine Augenzeugin sah noch, wie ein Mann vom Grundstück rannte. Als die Nachbarn dort eintrafen, fanden sie die Frau und den Mann schwerverletzte vor. Sie alarmierten sofort Polizei und Rettungskräfte. Doch für das Paar kam jede Hilfe zu spät. Beide Opfer erlagen noch am Tatort ihren schweren Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft in Verden gab die Obduktion der Leichen in Auftrag und äußerte sich gestern aus ermittlungstaktischen Gründen nicht zur Todesursache. Augenzeugen berichteten jedoch, dass das Paar erstochen worden ist.

Die Polizeiinspektion Soltau-Fallingbostel nahm sofort mit 40 Beamten die Ermittlungen auf. Dabei zeigte sich sehr schnell, dass der erste Verdacht nicht zutreffend war: Der Ehemann der getöteten Frau, der von ihr getrennt lebt, hat mit der Tat nichts zu tun.

Einige Stunden später brachte ein Anruf die Ermittlungen voran. Über den Notruf meldete sich ein 37-Jähriger aus Dorfmark bei der Polizei. Er kündigte, sich selbst töten zu wollen. Im Telefongespräch machte er Angaben, die im direkten Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt standen und offenkundig nur dem Täter bekannt sein konnten.

Die Polizeibeamten gelingt es, den Aufenthaltsort des Anrufers über die Ortung seines Handys zu ermitteln. Sein Wagen, ein hellblauer Renault, stand in einem kleinen Waldstück zwischen der alten Walsroder Straße und der Bundesstraße 209 bei Bad Fallingbostel. Als die Polizeibeamten dort eintrafen, entdeckten sie den Mann in seinem Fahrzeug. Er hat sich selbst vermutlich mit einem Messer lebensgefährliche Verletzungen zugefügt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft befindet er sich in einem Krankenhaus und ist nicht vernehmungsfähig. Sein Gesundheitszustand wird als sehr kritisch bezeichnet. „Es ist noch nicht abzusehen, ob er durch die behandelnden Ärzte gerettet werden kann“, sagt Staatsanwalt Lutz Gaebel.

Über die Motive des mutmaßlichen Täters liegen nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch keine näheren Erkenntnisse vor. Der Tatverdächtige stamme „aus dem näheren Umfeld der getöteten Frau“. Die Fahnder vermuten ein Beziehungsdrama. Möglicherweise hatte der Täter eine Affäre mit der 36-Jährigen und war eifersüchtig auf den neuen Freund. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte diese Spekulationen nicht kommentieren.

Eckard Schulz


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

  • Immer noch unter Schock bam – 17.03.10
    Ich kann es immer noch nicht glauben, wie man sowas machen kann. Ich kannte ihn sehr gut. Mein Beileid an die Familie Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Ich kann es nicht fassen.... sCHIPPOx – 15.03.10
    Ich kannte das 31 Jährige Opfer auch. War lange in der Feuerwehr mit Ihm und kann es einfach nicht fassen.

    Ruhe in Frieden...ich kann es einfach nicht fassen
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • sehr erschüttert Sue83 – 14.03.10
    auch ich komme aus der Nähe...und bin eifach bestürzt und will es nicht glauben ..gerade weil ich eines der Opfer gekannt habe..mein herzliches Beileid an die <Familie ...wieso ist diese Welt so grausam?? Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Malwine !!!Chris – 14.03.10
    Ich wusste vorher noch nicht wer es ist,und daher finde ich es nicht so schlimm!Aber ich kenne die leute und ich habe geweint!Weil die leute sehr nett waren! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • @!!!Chris Malwine – 13.03.10
    Sehr geehrter Herr Chris, Ihre Anmerkung finde ich ziemlich geschmacklos und oberflächlich! Was würden Sie denn schreiben, wenn Sie direkt in der Nachbarschaft wohnten (nicht ganze 4 km entfernt) oder gar persönlich betroffen wären? Da hat man nach einem solch schlimmen Ereignis weniger "moralistisch" geprägte Gedanken... das kann ich Ihnen versichern!

    MfG, Malwine
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Doppelmord !!!Chris – 13.03.10
    Ich finde es ziemlich heftig!Weíl ich wohne gerade mal 4 km weg!!
    Und das soetwas hier passiert ist schon traurig!
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein!

Anzeige

WLZ-FZ bei facebook


Facebook

Anzeige

Lokale Nachrichten von Bürgerreportern

myheimat.de

Die lokale Mitmach-Plattform unserer Zeitung: Bürger berichten aus Ihrem Heimatort. Die besten Beiträge werden in Ihrer Zeitung abgedruckt. mehr


 

Buntes

Risse im Rumpf

Riesenärger für Airbus und Boeing

Foto: Die acht A380 bei der Lufthansa sind bisher nicht negativ aufgefallen.

Ist der Flugzeugbau zu komplex geworden? Beim Airbus A380 finden sich Risse in Tragflächenteilen, beim Langstreckenflugzeug „Dreamliner“ muss Boeing am Rumpf nachbessern. Auffällig ist: Alle großen Neuentwicklungen schafften es nur mit massiven Verzögerungen und teils milliardenschwerem Mehraufwand in die Luft. mehr

KommentareKommentar/e



Aktuelle Umfrage

Fünfte Jahreszeit nimmt Fahrt auf

Alaaf und Helau. Auch in Waldeck-Frankenberg wird dieser Tage kräftig Karneval gefeiert. Können Sie der Faschingszeit etwas abgewinnen?

Gesundheitsportal


Gesundheitsportal

Terminkalender




Leben in unserer Region

Leben in unserer Region

Die neue Serie der Waldeckischen Landeszeitung / Frankenberger Zeitung gemeinsam mit dem Landkreis Waldeck-Frankenberg, sowie der Sparkasse Waldeck-Frankenberg. mehr


 

Lokale Videos

Bilder, die (sich) bewegen

Mit den WLZ-FZ-Videos können Sie sich zu allen Bereichen informieren, egal ob es sich um Nachrichten aus aller Welt handelt, um das Neueste aus Korbach oder die Filmtrailer der aktuellen Kinowoche. Für jeden Geschmack ist mit Sicherheit etwas dabei. mehr