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Warnung Auswärtiges Amt

Deutsche sollen Großraum Tokio-Yokohama verlassen

Wegen der dramatischen Entwicklung im Atomkraftwerk Fukuschima rät die Bundesregierung den Deutschen in Japan, den Großraum Tokio zu verlassen. Botschaftsangehörige stehen zur Unterstützung bereit. Andere Länder reagieren ähnlich.
Wegen der aus dem Atomkraftwerk Fukuschima entweichenden Strahlung rät das Auswärtige Amt, den Großraum Tokio-Yokohama zu verlassen.

Aus dem Atomkraftwerk Fukuschima entweicht immer mehr radioaktive Strahlung.

© dpa

Das Außenministerium in Berlin hat den Deutschen im Großraum Tokio-Yokohama geraten, die Region wegen der Atomkatastrophe in Japan vorübergehend zu verlassen. Ministeriumssprecher Andreas Peschke sagte am Mittwoch, gegenwärtig hielten sich noch etwa 1000 Bundesbürger in Tokio-Yokohama auf. Zu Beginn der Krise seien es etwa 5000 gewesen. Er könne nicht genau sagen, wie viele inzwischen das Land verlassen hätten.

Auch die portugiesische Regierung empfahl ihren Staatsangehörigen, das Land zu verlassen oder in den Süden auszuweichen. Das russische Außenministerium teilte nach einer Meldung der Agentur Kyodo mit, möglicherweise von Freitag an würden die Familien der Botschaftsangehörigen in Tokio evakuiert.

 

„Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Deutschen aus der Region um die Atomkraftwerke Fukuschima und dem Großraum Tokio-Yokohama, vorübergehend nach Osaka oder über Osaka ins Ausland auszuweichen“, hieß es auf der Internetseite des Ministeriums in einem nochmals verschärften Sicherheitshinweis. Osaka liegt etwa 600 Kilometer südwestlich von Tokio und gilt derzeit als relativ sicher.

Um den Deutschen zu helfen, hätten die Botschaft in Tokio und das deutsche Generalkonsulat in Osaka ein konsularisches Betreuungsteam eingerichtet, das an den Bahnhöfen Tokio und Osaka-Kobe sowie am Flughafen Osaka präsent sei. Dazu seien Angehörige der Botschaft in Tokio nach Osaka verlegt worden. Die Deutschen in Japan würden durch eine telefonische Hotline und den rund um die Uhr besetzten Krisenstab im Ministerium dabei unterstützt, Tokio zu verlassen.

Das Auswärtige Amt warnte vor Aufenthalten im Krisengebiet im Nordosten der Insel Honshu und riet von nicht erforderlichen Reisen nach Japan ab. Das Ministerium geht laut Peschke davon aus, alle deutschen Staatsbürger ausfindig gemacht zu haben, die sich zu Beginn des Erdbebens im Katastrophengebiet aufgehalten haben. Am Montag seien 34 Deutsche und 37 andere Ausländer mit einem von der deutschen Botschaft organisierten Bus aus dem nordostjapanischen Sendai abgeholt und nach Tokio gebracht worden.

Planungen gebe es auch für den Schutz der Angehörigen der deutschen Botschaft in Tokio, sagte Peschke. Ein Teil der Botschaftsangehörigen sei bereits nach Osaka gefahren, um bei der Unterstützung der Deutschen zu helfen. Es gebe zudem einen engen europäischen Austausch, um die logistischen Möglichkeiten Deutschlands in Osaka auch anderen europäischen Staaten zur Verfügung zu stellen, die dort keine diplomatische Präsenz hätten.

Auf die Frage, ob die Bundesregierung Hilfsflüge plane, um deutsche Staatsangehörige aus dem Großraum Tokio zu holen, wollte sich Peschke nicht konkret äußern. „Wir sind (...) dabei, unsere Landsleute zu unterstützen, Ausreise- oder Reisemöglichkeiten aus Tokio heraus zu nutzten. Die gibt es noch.“ Beispielsweise könne der Zug benutzt werden. Mit Blick auf die sich verändernde Lage überlege das Amt aber auch, was sonst noch getan werden könne. Konkret gebe es aber derzeit noch keine Planungen.

dpa


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