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Haiti

Bislang mehr als 110.000 Tote nach Erdbeben

Bei dem verheerenden Erdbeben in Haiti vor zehn Tagen starben bislang über 110.000 Menschen. Wie das Innenministerium am Freitag in der Hauptstadt Port-au-Prince mitteilte, wurden 111.499 Leichen gezählt. Retter konnten aus den Trümmern eine 84-Jährige Frau und einen 22-Jährigen Mann lebend bergen.
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Bei dem verheerenden Erdbeben in Haiti kamen mehr als 110.000 Menschen ums Leben.

Bei dem verheerenden Erdbeben in Haiti kamen mehr als 110.000 Menschen ums Leben.

© afp

Wie das Innenministerium in Haiti mitteilte, wurden bei dem Beben mehr als 193.000 Menschen verletzt. Mehr als 609.000 Menschen lebten nach der Zerstörung ihrer Wohnungen und Häuser in rund 500 Feldlagern. Bislang waren die Behörden von 75.000 Toten und 250.000 verletzten Menschen ausgegangen.

Helfer konnten am Freitag die 84-Jährige Carida Roman lebend aus den Trümmern bergen. Freunde hätten die Frau aus ihrem eingestürzten Haus in Port-au-Prince befreien können, sagte ihr Sohn. Die alte Dame befindet sich nun im Krankenhaus. Nach Angaben eines Helfers hat sie zahlreiche gebrochene Rippen und kämpft mit dem Überleben. Israelische Rettungskräfte bargen einen 22-Jährigen Mann aus den Ruinen eines dreistöckigen Gebäudes. Er befand sich demnach in einem vergleichsweise stabilen Zustand.

Inzwischen wurde der Hafen von Port-au-Prince teilweise wieder geöffnet. Rund ein Drittel der Anleger wurden in Betrieb genommen, sagte eine Sprecherin der Vereinten Nationen. Der Hafen werde ausschließlich für die Versorgung Haitis mit humanitärer Hilfe genutzt. Nach Angaben des US-Militärs liegen rund zehn Schiffe mit Hilfsgütern im Meer vor Anker. Es wird jedoch mit mehrwöchigen Reparaturarbeiten gerechnet. Die Wiederaufnahme des Hafenbetriebs dürfte die Versorgung Haitis mit Lebensmitteln, Treibstoff und Medikamenten verbessern. Bei der Versorgung aus der Luft hatte sich der Flughafen von Port-au-Prince als Nadelöhr erwiesen.

Geologen rechnen für die kommende Zeit mit weiteren starken Nachbeben in Haiti. Die Gefahr weiterer Erdstöße werde „für Monate, wenn nicht gar für Jahre weiterbestehen“, warnte die zuständige US-Forschungsbehörde US Geological Survey in Washington. Die Chance, dass es in den kommenden 30 Tagen ein Nachbeben der Stärke 6 geben wird, liege bei 25 Prozent. Ein Beben der Stärke 5 habe sogar eine Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent.

Bei einem Spendenmarathon sammelten in den USA 130 Hollywood-Stars und Musiker für die Opfer von Haiti. Schauspieler George Clooney, der durch die US-weit ausgestrahlte TV-Sendung führte, sagte, die Menschen auf Haiti würden nach dem verheerenden Erdbeben nicht alleine gelassen. In der Sendung, die live in zahlreichen Sendern wie MTV, ABC, Fox und CNN übertragen wurde, traten Bands wie Coldplay und der Alt-Rocker Bruce Springsteen auf. Zahlreiche Prominente, wie die Schauspielerinnen Reese Witherspoon und Julia Roberts, nahmen an Telefonen Spenden entgegen.

afp


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