Youri Marhauer und Katharina Linke halten ein Schreiben aus der 23 Jahre alten Flaschenpost in den Händen.
Auf der Suche nach einem Brieffreund warf ein elfjähriger Junge am 3. Januar 1987 in der DDR eine Flaschenpost ins Wasser - nach mehr als 23 Jahren ist der Brief aus Thüringen im Westen angekommen. Sein neunjähriger Sohn Youri habe die Flasche mit einer kleinen Papierrolle darin zufällig in einem Haufen von Treibgut entdeckt, berichtete Herbert Maibohm am Freitag in Göttingen. Die Leine transportierte die Flasche aus dem Obereichsfeld gut 30 Kilometer weiter nach Niedersachsen.
Nach der langen Zeit im Wasser waren die mit einem Füllfederhalter verfassten Zeilen etwas verschwommen und verblasst. Youris Familie konnte dennoch entziffern, dass die Flaschenpost von einem Jungen Namens Marko aus dem Örtchen Lutter bei Heiligenstadt abgeschickt war. „Suche Brieffreund“, lautete die knappe Botschaft.
Die Flaschenpost habe sich damals vermutlich irgendwo auf dem Weg aus dem Obereichsfeld nach Göttingen im Ufergestrüpp der Leine verfangen und sei erst durch das jüngste Hochwasser frei- und weitergespült worden, vermutet Maibohm. Aus der von Marko vor 23 Jahren angestrebten Brieffreundschaft könnte aber vielleicht trotzdem noch etwas werden.
Youris Familie war es auf eigene Faust zunächst zwar nicht gelungen, den Absender zu finden. Nachdem das „Göttinger Tageblatt“ jedoch von dem Flaschenpost-Fund berichtet hatte, steht das Telefon bei Maibohm nicht mehr still. Medienvertreter haben den inzwischen 34-jährigen Marko unterdessen auch ausfindig gemacht. Über einen Kontakt zu Youri, so ließ der Ingenieur erklären, würde er sich sehr freuen.
dpa
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