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Bad Wildungen triumphiert sensationell mit 28:26 in Leipzig

Unerwartete Glücksgefühle

Gestützt auf die überragende Torfrau Petra Diener bezwingt der Neuling den Rekordmeister und kann sein Glück nach dem Coup kaum fassen.

Verdacht auf Bänderriss: Miranda Robben wird von Physiotherapeut Thomas Schmidt (l.) und Trainer Markus Berchten (r.) vom Feld geführt.

© Picture Point

Leipzig. Markus Berchten war fix und fertig. Auch Stunden nach dem 28:26 (15:13)-Auswärtsausrufezeichen in Leipzig konnte der Schweizer den sensationellen Triumph nicht glauben. „Ich kann das noch nicht fassen. Wir fühlen uns alle noch, als wären wir im falschen Film“, sagte der Schweizer während der Heimreise, welche die Vipers mit zwei völlig unerwarteten Punkten im Gepäck angetreten hatten. „Mit denen haben wir nie gerechnet und Leipzig hat wohl nie gedacht, dass sie gegen uns verlieren“, fügte der HSG-Coach an und sprach von einem „großen Glücksgefühl“.

Bevor Berchten von diesem erfasst worden war, hatten die Vorzeichen des bisherigen Neunten für die Partie beim Zweiten alles andere als gut gestanden. So hatte Torfrau Julia Gronemann am Freitag schweren Herzens den Trip in die Messestadt absagen müssen, weil die Lehramtsreferendarin aus beruflichen Gründen gestern Nachmittag unabkömmlich war. Zum anderen steckten den HSG-Spielerinnen noch die Spiele am vergangenen Sonntag in Buxtehude (26:30) und am Mittwoch gegen Frankfurt/Oder (32:20) in den Knochen.

„Auf Zahnfleisch zum Sieg“

„Das war heute unser drittes Spiel innerhalb von acht Tagen und das hat uns alle eine Menge Kraft gekostet. Ab der 40. Minute sind wir praktisch auf dem Zahnfleisch gekrochen, aber am Ende haben wir beide Punkte durch eine tolle Abwehrleistung sowie eine überragend haltende Diener im Tor geholt“, bilanzierte Berchten, der „wahnsinnig stolz auf die Mädels“ war.

Als Jessica Kleinmann 54 Sekunden vor Schluss nach einem Pass von Tessa Cocx einen Konter per Heber zum 28:26 im Leipziger Tor unterbrachte, war die Sensation perfekt und der Aufsteiger hatte tatsächlich beim deutschen Vorzeigeclub gesiegt. Und das, obwohl die Gäste bereits nach 15 Minuten auf ihre Spielführerin Miranda Robben, die umgeknickt war, verzichten mussten. Der Linksaußen war, als sie nach einem Schiedsrichterpfiff stoppte, eine Leipzigerin auf den Fuß getreten, wodurch die 25-Jährige umknickte und durch Jovana Jovovic ersetzt werden musste. „Sie hat eine Sprunggelenksverletzung“, sagt Berchten, während Geschäftsführer Dirk Ex von einem Bänderriss ausgeht und mit einer vierwöchigen Pause rechnet. „Am Samstag gegen Celle im Pokal wird Miri sicher nicht spielen“, glaubt Ex, wobei eine Magnetresonanztomografie heute Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben soll.

Einzig beim 3:4 (10.) lag der Neuling vor 2192 Zuschauern, darunter rund 70 stimmgewaltige HSG-Fans, zurück. Nach 27 Minuten führte der Aufsteiger beim Zweiten sogar erstmals mit vier Toren, 14:10. Dieser Vorsprung hatte auch beim 24:20 (48.) noch Bestand. Zwar glich Leipzig zum 25:25 (54.) aus, doch dann hatten die Vipers gegen das Bayern München des deutschen Frauenhandballs auch wegen der Coolness von Cristina Mihai und Sabine Heusdens vom Siebenmeterpunkt und der 27:25-Führung (57.) das bessere Ende für sich. Während Leipzig den Ausfall seines Stars Maura Visser (Knieverletzung) nicht verkraftete, blieb die HSG auch nach Robbens Verletzung kühl. „Wir haben im Angriff unseren Stiefel runtergespielt“, freute sich Berchten über den starken Auftritt seiner Rückraumreihe mit Ruta Latakaite, Heusdens und Mihai sowie die gute Leistung von Kreisläuferin Tessa Cocx.


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