Gegenspielerin Sarah van Gulik (l.) versetzt und mit aufgeblasenen Backen zum Torwurf angesetzt: Bad Wildungens Kreisläuferin Tessa Cocx im Pokal gegen Celle.
Bad Wildungen. Die Statements des Geschäftsführers und des Trainers zeigen das gewachsene Selbstvertrauen des Tabellenachten, dessen Anstieg mit dem 31:30-Auswärtscoup am 30. Dezember 2011 bei Bayer begonnen hat. „Wir haben gegen Bad Wildungen noch etwas gutzumachen“, sinnt Leverkusens Trainerin Renate Wolf daher auf Revanche.
„Das wird ein interessantes Spiel. Bayer wird uns bestimmt nicht mehr unterschätzen“, kommentierte die kurz vor der Jahreswende in der Smidt-Arena nicht nur wegen ihrer elf Treffer überragende Ruta Latakaite das Los. „Leverkusen ist der Favorit. Das wird eine delikate Herausforderung, die für uns machbar ist, wenn wir unsere Topleistung abrufen“, fügt Berchten an und und spricht von einer „45-Prozent-Chance“.
Auch Ex zeigt keine Angst vor dem Dritten. Die müssen erst einmal bei uns gewinnen“, sagt der Vipers-Boss und ist optimistisch, dass die HSG mit dem Erreichen des Final-Four-Turniers in Göppingen einen weiteren sportlichen Höhepunkt schafft.
Sorgen um Cristina Mihai
Für diesen ist aber wohl unabdingbare Voraussetzung, dass die Südwaldeckerinnen in der wohl am 3. März ausgetragenen Partie mit all ihren Leistungsträgerinnen antreten können. So bleibt zu hoffen, dass die Bänderverletzung, die Cristina Mihai am Samstag beim lockeren Aufgalopp gegen das harmlose Team aus Celle erlitt, sich nicht als schwerwiegende Blessur herausstellt. Die Torjägerin war in der 17. Minute umgeknickt, als ihr nach einem Abpraller beim Kampf um den Ball SVG-Kreisläuferin Desiree Comans auf den rechten Fuß fiel.
„Es tut ein bisschen weh“, sagte Mihai nach dem souveränen Achtelfinalsieg, bei dem die Gäste nicht einmal ihr Fehlen bis zur Pause nutzen konnten. Nach der Behandlung durch HSG-Physiotherapeut Thomas Schmidt hatte die 35-Jährige nach dem Wechsel auch mithilfe eines Tapeverbandes in der auf relativ schwachem Niveau stehenden Partie vor 550 Zuschauern sogar mit sechs Toren noch einmal richtig aufgedreht, bevor sie in der Nacht Schmerzen im Fuß bekam. „Im Spiel habe ich noch nichts gemerkt“, sagte Mihai, die gestern „nicht richtig laufen konnte“ und deshalb heute zum Arzt gehen wird. „Ich denke aber, dass die Verletzung nicht so schlimm ist“, so die Linkshänderin, die das Viertelfinale gegen den Rekordpokalsieger als „nicht einfach“ ansieht.
Dafür war die Partie gegen Celle, das nach dem 12:14-Pausenstand bis zum 12:19 (42.) fast 13 Minuten ohne Tor blieb, ein Spaziergang, bei dem die Vipers nicht mehr als nötig taten. „Das Spiel hat niemanden von den Sitzen gerissen. Ich war nur mit den Torhüterinnen und der Deckung zufrieden“, gab Berchten zu. Dessen beurlaubter Vorgänger Søren Jeppesen verfolgte die Partie vor Ort, nachdem der Däne zuvor mit dem Zweitliga-15. Wolfsburg, bei dem Trainer Christoph Geis Ende Januar zurückgetreten war, über ein Engagement verhandelt hatte, wie er bestätigte.
Jeppesen nach Wolfsburg ?
„Jetzt sprechen die Vereine miteinander“, sagte Jeppesen, den Ex nur allzu gerne von der Gehaltsliste streichen würde, während er auf „das Gerüst des Teams trotz Reduktion“ auch in der nächsten Saison setzen will.
Weil er die Stabilität in der Abwehr nicht vernachlässigen wollte, brachte Berchten trotz der klaren Überlegenheit die A-Jugendlichen Julia Ammann, Vanessa Kohler und Marie-Theres Raum erst in der 57. Minute, was Latakaite verwunderte. Dies galt auch für die Tatsache, dass Celle die HSG-Regisseurin während Mihais Verletzungspause nicht in eine kurze Deckung nahm, obwohl Marinda van Cappelle wenig Tordrang bewies und Sabine Heusdens auf der ungewohnten halbrechten Position aushelfen musste.