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Sabine Heusdens fehlt HSG Bad Wildungen mindestens zwei Wochen

Rote Karte als Riesenrückschlag

Dass die Rückraumspielerin den Referees beim 25:25 (14:11) in Celle den Vogel gezeigt hat und nun fehlt, ist für die Vipers kaum zu verkraften. Auch weil sie schon am Samstag beim Letzten den Ausfall von Torjägerin Cristina Mihai nicht kompensieren konnten.

Halt, hier geblieben: Celles Desiree Comans (l.) testet das Trikot der Bad Wildungerin Ruta Latakaite.

© Müller

Bad Wildungen. 53 Minuten waren beim Stand von 22:22 gespielt, als die Hoffnungen der HSG in der Liga die Playoffs der besten acht Teams und im Pokal mit einen Erfolg im Viertelfinale am 29. Februar gegen Bayer Leverkusen die Pokalendrunde in Göppingen (28./29. April) zu erreichen, einen riesigen Rückschlag erhielten. Hatten diese durch den Syndesmosebandriss und das damit verbundene Saisonaus von Mihai bereits einen sehr großen Dämpfer erhalten, sorgte Heusdens (siehe auch Artikel unten) mit ihrem Blackout für den nächsten Tiefschlag für die HSG.

Nachdem die Holländerin bis dahin die auffälligste Spielerin auf dem Feld war, zeigte sie, nachdem sie nach einem Zweikampf mit Susanne Büttner von den Schiedsrichtern Kay Holm und Matthias Brauer eine Zwei-Minuten-Strafe erhalten hatte, diesen den Vogel und sah dafür die Rote Karte.

Der schwache und bis zum Sonnabend punktelose Mitaufsteiger konnte zwar aus der vierminütigen Überzahl kein Kapital schlagen, so dass es nach 57 Minuten 24:24 hieß, kam aber am Ende verdientermaßen zum ersten Zähler in der Saison. War bereits das 25:25-Unentschieden für den Achten beim SVG eine magere Ausbeute, wiegen die Folgen der unbedachten Aktion von Heusdens noch wesentlich schwerer.

„Automatische Sperre“

„Das war Schiedsrichterbeleidigung und grob unsportliches Verhalten und zieht eine automatische Sperre von zwei Wochen nach sich“, sagte die für das Delikt zuständige Bundesligaspielleiterin Erika Petersen, die in Celle vor Ort war. So ist Heusdens bis zum 2. März gesperrt, womit die Rückraumspielerin nicht nur für das Ligaspiel am nächsten Samstag gegen Göppingen, sondern auch für das Pokalviertelfinale gegen Leverkusen ausfällt, was die Chance der Vipers gegen Bayer deutlich vermindert.

Da es bei der Sperre allein auf den Zeitraum ankommt, erfüllten sich die Hoffnungen von Heusdens und der HSG, „ich hoffe, dass ich nur in der Liga gesperrt bin und im Pokal spielen kann“, nicht. Um die automatische Sperre zu verhindern, hätte die HSG auf dem Spielberichtsbogen Einspruch einlegen müssen. Dieser wäre aber mit Kosten von 1000 Euro verbunden gewesen, die Bad Wildungen wegen mangelnder Erfolgsaussichten aber scheute.

Berchten: „Rote Karte okay“

„Die Schiedsrichter waren wirklich gut, auch wenn sie in dieser Situation vielleicht zuerst ein Foul für Sabi hätten pfeifen können. Aber sie hat für ihr Vogelzeigen völlig zu Recht die Rote Karte bekommen“, gab Markus Berchten fair zu. „Das war nicht das erste Mal. Wir haben noch im Bus mit Sabi darüber gesprochen, dass so etwas nicht passieren darf“, kritisierte der Coach die Holländerin.

Deren Sperre könnte Petersen auf bis zu vier Spiele erhöhen, womit Heusdens auch in Trier (10. März) und gegen den Thüringer HC (17. März) fehlen würde, wobei aber einiges darauf hindeutet, dass es Petersen bei der zweiwöchigen Auszeit für die Holländerin belässt.

Deren Aussetzer führte Berchten auch darauf zurück, dass die Blondine, weil sie bis dahin durchgespielt hatte, platt war und sich nach ihrer Nominierung für das niederländische Nationalteam selbst zu sehr unter Druck gesetzt hatte. „Dieses Paket war wohl eine zu große Last für sie in ihrem jungen Alter“, glaubt der Bad Wildunger Coach.

„Sabi lebt von der Emotion, aber so eine Rote Karte geht gar nicht“, sagte HSG-Geschäftsführer Dirk Ex, der aber von einer Bestrafung seiner Halblinken absehen will.

„Trifft uns knüppelhart“

„Dass wir nun ohne sie und Mihai, unsere beiden Schützinnen, spielen müssen, trifft uns knüppelhart“, sagte Berchten. Wegen Mihais Fehlen hatte er Spielmacherin Ruta Latakaite, „sie ist nach Mihai unsere beste Spielerin auf Rückraum rechts“, dort aufgeboten, Kreisläuferin Tessa Cocx als Mittelspielerin und Andrea Willimann am Kreis beginnen lassen. Weil diese Maßnahme keinen durchschlagenden Erfolg hatte, stellte er nach zehn Minuten Heusdens auf die Spielmacherposition und für diese Marinda van Cappelle, „sie hat sich im Angriff eine kleinen Schritt gesteigert“, auf Halblinks.

Meyfarth ohne Akzente

Auf der rechten Rückraumposition brachte Berchten kurz vor Ende der ersten Halbzeit und phasenweise nach der Pause Rückkehrerin Esther Meyfarth, die aber keine großen Akzente setzen konnte. „Sie hat solide gespielt“, sagte der Coach, während er sich über das gelungenene Comeback von Spielführerin Miranda Robben freuen konnte.

Robbens Comeback glückt

„Sie hat sehr gut gespielt“, lobte Berchten die Holländerin, die wesentlich dazu beitrug, dass die HSG 14:10 (29.) führte. Doch diesen Vorsprung verspielte sie ebenso wie ihre letzte Chance beim 25:25, als Cocx und van Cappelle den Ball verloren und die Gäste Glück hatten, dass sie nach der Zeitstrafe gegen die Rückraumspielerin die Unterzahl schadlos überstanden, weil Celles Kreisläuferin Desiree Comans im letzten Angriff der schwachen Partie „das glitschige Leder“, so Berchten, nicht fing.

„Wir werden aber den Kopf nicht in den Sand stecken“, hofft Berchten schon am 
Samstag gegen den Neunten Göppingen auf eine Trotzreaktion.


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