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HLV-Winterwurf-Konzept: Ausbildung soll vielseitiger werden · Kritik aus Twiste

Verband testet Dreikampf für Werfer

Twiste/Frankfurt (mn). Der Hessische Leichtathletik-Verband streicht werfenden Schülern die Einzelmeisterschaften im Winter. An ihre Stelle tritt ein Wurfmehrkampf. Ein Gegenantrag des TSV Twiste hat keinen Erfolg.

Diskustrainer mit Leib und Seele: Uli Hundertmark hier mit seiner Enkelin Katja Sude.

© Ralf Görlitz

Das neue Konzept greift schon bei den Landesmeisterschaften am 10. März in Frankfurt. Für Schüler U 16 (bisher A-Schüler/innen) und U 14 (nur der ältere Jahrgang) hat der HLV die Titelkämpfe ausschließlich als Dreikampf ausgeschrieben: Die Mädchen und Jungen können sich aus Kugel, Diskus, Hammer und Speer drei Disziplinen aussuchen oder zu allen vier Geräten greifen, dann werden die drei besten Resultate zur Wertung herangezogen.„Wir wollen in diesem Bereich noch keine absolute Spezialisierung“, begründet der Leitende Landestrainer Manfred Kehm den Schwenk. Stattdessen wolle der HLV „über ein breiteres Wettkampfangebot die Trainer animieren, insgesamt eine breitere und vielseitigere Wurfausbildung anzubieten“.

Dahinter steht laut Kehm die Beobachtung, dass frühe Spezialisierung eine hohe „Drop­out-Quote“ nach sich zieht – Dropout steht für den Rückzug junger Leute aus einer Sportart als Folge fehlender Motivation. „Sie schmeißen mit 16, 17 einfach den Bettel hin“, sagt Kehm. Das könne zwar auch an fehlenden sportlichen Perspektiven liegen, sei jedoch ebenso die Folge von Überlastungsschäden aufgrund einseitigen Trainings.

„Wir wollen nicht, dass ein – übertrieben gesagt – hochspezialisierter Bewegungsapparat herangezüchtet wird, der nur noch auf ein, zwei Bewegungen vorbereitet ist“, so der Landestrainer. Diese einseitige Belastung träten freilich nicht nur bei Werfern, sondern auch bei Sprintern und Springern auf.

Beim TSV Twiste votieren Abteilungsleiter Ulrich Hundertmark und seine Frau Hilma nicht gegen eine breite Ausbildung. Das Ärgernis liegt für sie darin, dass ausgerechnet Diskus- und Speerwurf solo wegfallen sollen. „Es kann nicht sein, dass alle anderen Disziplinen in dieser Altersklasse im Winter als Hessenmeisterschaft angeboten werden, nur diese zwei Disziplinen nicht“, schreibt das Trainerehepaar. Und weiter: „Damit verärgern wir die wenigen Sportler, die sich in unserem Sport noch quälen wollen, vollends und treiben sie zu anderen Sportarten.“
Der TSV  Twiste ist seit Jahren eine erste Adresse für Werfer – vor allem Diskuswurf spielt eine große Rolle – und aktuell einziger heimische Verein, den die Neuregelung wirklich betrifft. An diesen Meisterschaften wollen sie nun nicht teilnehmen.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Mittwoch, 1.Februar


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