Ein Beißer, vor allem auf der Zielgeraden: Nils Milde. Archivfoto: Görlitz
Am letzten Tag der Titelkämpfe in Kamloops in der kanadischen Provinz British Columbia gewann Nils Milde nach einem hochspannenden Lauf über 1500 m der Altersklasse M 35 seine zweite Goldmedaille. Über 4 x 200 m holte er mit der deutschen Staffel zudem Silber – am Mittwoch hatte der für den TSV Korbach startende Heringhäuser bereits die 800 m für sich entschieden.
Auf der längeren Strecke hatte sich Milde aufgrund der gemeldeten Zeiten der Konkurrenz nur Außenseiterchancen ausgerechnet. Doch das Rennen am Samstag lief dann so, als wäre es auf ihn zugeschnitten. „Hätte ich ein Wunsch-Drehbuch schreiben dürfen, es wäre genauso ausgefallen“, meinte Milde.
Der Deutsche hatte sich stets hinter den drei Favoriten Kristian Nedregard (Norwegen) sowie Alex Florez Studen und Victor Navarro Agudo aus Spanien gehalten. „Die drei haben sich gegenseitig egalisiert, keiner traute sich aufs Tempo zu drücken“, berichtete er. Die Folge: Das Feld bummelte, es legte die ersten 800 m in besonders langsamen 2:36 Minuten zurück. Dafür ging ab etwa 900 m „so richtig die Post ab“, wie es Milde ausdrückte.
Der spurtstarke Waldecker hielt sich weiter an der vierten Position, erst 120 m vor dem Ziel verbesserte er sich auf Platz drei – um dann zu seinem unwiderstehlichen Endspurt anzusetzen. Nur der Spanier Studen vermochte das Tempo mitzugehen, im Ziel lag Milde nach 4:22,34 Min. genau 25 Hundertstel vor dem Rangzweiten.
"Ich hatte den besten Spurt und vielleicht auch den größten Kampfgeist“, befand Milde. Platz drei ging an Navarro (4:23,15), der um nur zwei Hundertstel den mit der schnellsten Zeit gemeldeten Nedregard (4:23,17) aus dem Edelmetall bugsierte.
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