Mit spektakulären Spielzügen die lacher auf seiner Seite: Jörg Roßkopf. Foto: Artur Worobiow
Viel Applaus gab es nicht nur für die Topsportler, sondern auch für die einheimischen Spieler Karl-Friedrich Meyerhöfer (VfL Adorf), André Gutmann (TSV Wetterburg/Massenhausen), Bernd Klein (TSV Laisa) und Lokalmatador Mario Bonté vom TSV Herbsen. Diese forderten in Showmatches die Stars heraus. „Bin schon warm, wollen wir anfangen“, witzelte Roßkopf schon nach zwei Ballwechseln mit Meyerhöfer, um danach richtig loszulegen. „Der bringt die Dinger schon gut, da siehst du ganz alt aus“, analysierte Gutmann derweil. „Da müssen wir uns was einfallen lassen“, meinte auch Klein. Meyerhöfer wehrte sich tapfer und konnte im ersten Satz mit viel Szenenapplaus immerhin ein 5:11 erreichen. Neben seinen spielerischen Qualitäten zeigte Roßkopf auch seine Fähigkeiten als Entertainer: Er hatte immer einen lockeren Spruch gegenüber dem Gegner oder den Schiedsrichtern Tobias Marek und Manuel Klöser parat und damit die Sympathien der Zuschauer schnell gewonnen. „2:0, Du kannst jetzt kurz spielen“, sagte er zu Meyerhöfer, nachdem er auch den zweiten Satz mit 11:1 für sich entschieden hatte. Meyerhöfers scharfe Schüsse landeten zwar oft im Netz, dennoch gelang ihm im Schlusssatz ein achtbares 7:11.
André Gutmann drückte gegen Chen Weixing, Europameister im Doppel 2002, mächtig aufs Tempo – so sehr, das es fast schien, als habe der Bezirksligaspieler den Österreicher bei mehreren Ballwechseln niedergekämpft. Zumindest tat dieser zu Beginn des dritten Satzes entkräftet und nahm eine Auszeit. Am Ende verlor der 22-jährige Gutmann 3:11, 8:11 und 7:11 und verdiente sich damit ein anerkennendes Schulterklopfen seines Gegners.
„Du kannst ja aufgeben“, forderte Bernd Klein beim Stand von 4:10 Jörg Roßkopf auf, nachdem der angeregt mit den Schiedsrichtern über eine Entscheidung diskutiert hatte. Der Laisaer – ansonsten in der Kreisliga Süd aktiv – hatte sich um ein Spiel gegen die Stars beworben und war als einer von zwei Gewinnern ausgelost worden. Seinen Satz verlor er zwar mit 4:11, sprach aber hinterher trotzdem von einem „Riesenerlebnis“. Viel Applaus gab es auch für Lokalmatador Mario Bonté, der das Nachsehen gegen Abwehrspezialist Weixing hatte.
Als Höhepunkt des Abends folgte ein Showmatch über drei Sätze zwischen Roßkopf und Weixing, bei denen die Stars neben Spitzentischtennis auch humoristische Einlagen boten: Chen spielte die Bälle auch außerhalb des Feldes hinter der Bande, auch die Diskussionen zwischen den beiden Profis und den Schiedsrichtern sorgten für zahlreiche Lacher. Ballwechsel mit zwei Bällen oder ein Ball, der in der Deckenverkleidung verschwand – nichts schien an diesem Abend unmöglich zu sein. Zwischendrin bekam sogar Volkmarsens Bürgermeister Hartmut Linnekugel von Roßkopf den Schläger in die Hand gedrückt. Auch das Stadtoberhaupt zeigte sportliche Qualitäten und gewann den Satz für Roßkopf. Am Ende behielt der designierte Bundestrainer mit 11:9, 11:13 und 11:9 die Oberhand über Weixing. Keine Frage, dass sein Fazit flapsig ausfiel: „Für einen Österreicher nicht schlecht.“
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