Ablenkung. Fabian Bäcker (Zweiter von links) mit seinen Brüdern (von links) Tilman, Moritz und Johannes, von Hause aus auch alles Fußballer, beim Basketballspielen.
Als C-Jugendlicher war er von Eimelrod ins Borussen-Internat gezogen, spielte später in der Nachwuchs-Bundesliga, wurde zum U19- und U20-Nationalspieler. In Gladbach unterschrieb er 2009 auch seinen ersten Profivertrag, aber trotz eines gelungenen Erstliga-Debüts bekam er keine echte Chance. Seine Torgefährlichkeit durfte er nur in der Regionalliga unter Beweis stellen. Im Sommer wechselte Fabian Bäcker den Verein. Aber bei Alemannia Aachen bekam der 21-jährige Offensivspieler nicht die nötige Zeit, um eine Knieverletzung auszukurieren. „Die Sache war so von Beginn an verkorkst“, sagt er. „Was ich gelernt habe, dass es nur geht, wenn man 100 Prozent gesund ist.“ Im Interview gibt er interessante bis schockierende Einblicke in seine Leidenszeit.
lMit großen Hoffnungen nach Aachen gewechselt, haben Sie in der 2. Bundesliga nur neun Minuten gespielt, und das bereits am 2. Spieltag. Wie groß ist die Enttäuschung?
Die ist groß, auf jeden Fall. Ich habe mir das ganz anders vorgestellt; das gilt natürlich auch für den Verein. Die Sache war von Beginn an verkorkst.
Warum?
Es begann damit, dass ich bereits zum Saisonende in Gladbach am rechten Knie verletzt war. Nichts Schlimmes, hieß es, nur einfach Pause machen. Die habe ich mir genommen und erst eine Woche vor dem Beginn der Vorbereitung wieder angefangen. Ich habe gleich gemerkt, das wird nichts, bin aber trotzdem ins Training eingestiegen, bis ich in der zweiten Runde des
Laktattests aufhören musste.
Die Reizung im Knie war wieder aufgebrochen?
Ja, wieder Schmerzen, wieder das Knie dick. Und wieder in die Röhre, wieder nichts gefunden.
Wieder Behandlungszimmer statt Trainingsplatz?
Im Nachhinein muss ich sagen, die Behandlung war nicht so, wie sie hätte sein müssen. Ich hätte mehr Zeit bekommen müssen, um die Sache in Ruhe auszukurieren und dabei mehr für die Stabilisierung tun zu können. Doch weil ich neu war, habe ich mich von einem enthusiastischen Trainer überreden lassen, viel zu früh wieder anzufangen.
Weil Sie in den Planungen von Peter Hyballa, der Sie ja schon länger verpflichten wollte, eine durchaus wichtige Rolle gespielt haben?
Ja, ich sollte spielen, auch vorne. Die ganze Mannschaft war auf jungen Leuten aufgebaut. Das hörte sich alles gut an und hätte auch klappen können, nur wenn man nicht gesund ist, dann funktioniert es nicht.
Und so wurde der Druck immer größer?
Ja, ich habe mir auch selber Druck gemacht. Nur als ich schmerzfrei war, dann hieß es nicht ein oder zwei Wochen Aufbautraining, sondern sofort wieder Mannschaftstraining. Ich war neu und habe deshalb nichts gesagt – heute würde ich das anders machen. Nach einer Woche bin ich dann in ein Loch gefallen. Weil ich nicht richtig fit war, konnte ich meine Leistung nicht abrufen. Irgendwann habe ich mich wieder verletzt und habe damit praktisch die ganze Vorbereitung verpasst.
So sind Sie erst kurz vor Saisonbeginn wieder richtig eingestiegen, wurden schon im zweiten Spiel beim Stande von 0:2 gegen Braunschweig in der 81. Minute eingewechselt.
Der Kurzeinsatz war nur ein Lichtblick, weil ich auch eine gute Trainingswoche hinter mir hatte. Aber letztlich fehlte mir die Rückendeckung durch das medizinische und auch Trainerteam, mach erst mal langsam, wird erst mal richtig fit. Es war dann teilweise so: Schmerztablette morgens rein, zum Training und abends mit Schmerztablette ins Bett. Wenn ich heute daran zurückdenke, dann muss ich sagen, absoluter Wahnsinn.
Das gesamte Interview lesen Sie in der WLZ-FZ vom Donnerstag, 29. Dezember
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