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Fußball-Gruppenliga Kassel

Derby mit neuen Vorzeichen

Altenlotheim. So ändern sich die Zeiten: Noch vor nicht ganz zwei Jahren hätte es für das Derby Altenlotheim – Bad Wildungen Partie nur einen Favoriten gegeben, den TSV Altenlotheim. Jetzt kriegt die Dephilipp-Elf den ganzen Vorschusslorbeer. Währenddessen blickt die Fußball-Gruppenliga auch nach Felsberg, wo der heimische FSC Spitzenreiter SC Willingen erwartet.

Mit vereinten Kräften: Carsten Laun und Oliver Dephilipp gegen den Altenlotheimer Patrick Wissemann; im Hintergrund Nils Backhaus.

Vor zwei Jahren träumte der TSV Altenlotheim als Herbstmeister von der Verbandsliga, die Wildunger kickten noch in der Kreisoberliga. Heute haben sind es die Badestädter, die als Rangzweiter vom Aufstieg reden, während Altenlotheim als Vorletzter aufpassen muss, nicht eine Etage abzusteigen.
„Es wird Zeit, dass wir endlich wieder einmal gewinnen“, sagt Trainer Christoph Brieden folgerichtig. Doch für die Gastgeber kommt es mit Ende der Hinrunde knüppeldick: zuletzt Körle, am Samstag (15 Uhr) Bad Wildungen, dann Willingen. Zum schweren Programm kommen als Manko noch die vielen Ausfälle: Verletzt sind die Schomberg-Brüder, Andy Eisenmann befindet sich im Afghanistan-Einsatz, Kai Bremmer ist angeschlagen.
Bei den Gästen aus Wildungen herrscht nach sechs Siegen in Folge eitel Sonnenschein – wie sollte auch anders sein. „Seit dem Spiel in Münden läuft es bei uns“, sagt Spielertrainer Oliver Dephilipp und verkündet selbstbewusst: „Natürlich wollen wir unsere Serie durch einen Sieg in Altenlotheim weiter ausbauen.“ Dennoch reist Dephilipp mit etwas Bammel an: „Wir wissen, dass uns dort die Hölle erwartet“, erinnert er sich mit Unbehagen an die 2:4-Niederlage vor einem Jahr am Oberbach. Ausfallen werden beim Tabellenzweiten weiter Steffen Pehlke und Günaydin Öztürk.

Den SC Willingen erwartet am Sonntag (14.30 Uhr) ein weiterer Knüller zum Hinrundenabschluss: Die Albers-Truppe muss zum FSC Gensungen/Felsberg, lange Zeit ärgster Rivale der Upländer im Obergeschoss der Tabelle.
Nach der 1:2-Niederlage in Friedrichstein hat die Elf von Trainer Jürgen Lohne aber schon sieben Punkte Rückstand auf den SCW und steht unter Druck. „Wir sind Außenseiter“, sagt er und ergänzt: „Mehr als der zweite Platz hinter Willingen ist für alle anderen nicht drin.“
Kollege Hubertus Albers ist sich da nicht sicher: „Das ist noch ein weiter Weg. Ein ,Dreier’ in Felsberg würde uns einen Schritt weiter bringen.“
Schlecht für den FSC: Orhan Cil, Brauns und Günther sind krank, Abdela und Schwarz langzeitverletzt, und jetzt droht auch Ivos länger auszufallen. Albers kann die gleiche Elf wie gegen zuletzt aufbieten. Pech hatte Olaf Nalik in einem Spiel der Reserve. Ihm riss zum zweiten Mal das Kreuzband.

Jenseits von Derby und Spitzenspiel bekommen die vier übrigen Waldecker Fußball-Gruppenligisten am letzten Hinrunden-Spieltag in der Mehrheit lösbare Aufgaben gestellt. Die SG Münden/Goddelsheim empfängt den SC Neukirchen (Samstag, 14.30 Uhr) zum Duell auf Augenhöhe: Die Gastgeber stehen mit 15 Zählern auf Rang elf; Neukirchen reist mit zwei Punkten Rückstand als 14. nach Münden.
Bei den Gastgebern fehlt nur Spielertrainer Miguel Lopez-Röhle (Muskelfaserriss), bei den Gästen stehen krankheitsbedingt noch einige Fragezeichen.

Der 1. FC Schwalmstadt II hat alle drei bisherigen Saisonniederlagen gegen Waldecker Teams kassiert (0:3 Berndorf, 0:3 Wildungen, 2:4 Willingen). Der TSV/FC Korbach II würde diese Serie am Sonntag um 14.30 Uhr in Treysa gerne fortsetzten. Mit 16 Zählern auf der Habenseite ist Bröhland und Co. zumindest der ganz große Druck genommen. Schwalmstadts Coach Christoph Baum will trotz der beiden jüngsten Pleiten nicht großartig wechseln. Gegenüüber Bernd Beckmann hat im Vergleich zum letzten Spiel noch Voss und Stöhr als zusätzliche Alternativen.

Der TSV Berndorf holte fünf Punkte aus den letzten drei Partien und will in Schauenburg von der aktuellen Schwächephase der Gastgeber profitieren (Sonntag, 14.30). Deren Trainer Jens Alter backt ganz kleine Brötchen: „Ich kenne Berndorf noch aus meiner Zeit als Kreisoberliga-Trainer in Elbenberg und kann nur sagen: Die sind bärenstark einzuschätzen. Ich habe größten Respekt.“
Bei Berndorf sind Mike Pelz, Benedikt Grimm und Steven Dumke zwar angeschlagen, werden aber wohl zum Kader gehören. Auf der Gegenseite müssen die Ausfälle von T. Reuter (krank), S. Metze (Schienbeinbruch), D. Riehm (Leiste) und T. Wahl (Arbeitsunfall) kompensiert werden.

Der TSV Sachsenhausen will in einer verkorksten Saison Schadensbegrenzung betreiben – bei 13 Zählern Rückstand auf den Sechsten aus Gensungen ist der Zug abgefahren, weshalb es nun um die Ehre geht: Alles andere als ein klarer Heimsieg gegen den Aufsteiger aus dem Tabellenkeller wäre die nächste herbe Enttäuschung. „Wir müssen das Spiel zu elft beenden“, fordert Sachsenhausens Trainer Lothar Treyse auch Disziplin. „Es gilt, den Gegner früh unter Druck zu setzen und unser Spiel durchzuziehen.“ Sachsenhausen fehlen die gesperrten Kiepe und Mainusch. Bei Gilsa stehen noch Fragezeichen hinter A. Schmidt (Knie) und M. Ziegler (Nasenbeinbruch). (py/tor)

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