Nur selten konnte sich die HSG Bad Wildungen gegen den TV Mainzlar so gut in Szene setzen wie auf diesem Bild: Jana Pollmer kommt gegen Laura Schmitt (rechts) und Martina Halasova zum Wurf.
Foto: Thorsten Spohr
„Man kann Spiele verlieren, aber nicht auf diese Art und Weise“, gab Torhüterin Kerstin Keim später zu Protokoll. Und weiter: „Es war keine Körpersprache da, kein Kampfgeist, gar nichts.“
Hätte Keim nicht als einzige im Bad Wildunger Kader Normalform erreicht, es hätte ein ganz heftiges Debakel für Bad Wildungen werden können. Vor allem im zweiten Abschnitt schienen sich die Gäste fast willenlos in ihr Schicksal zu fügen. Mainzlar hatte keine Mühe, immer weiter zu erhöhen, 14 Tore betrug der Rückstand drei Minuten vor dem Ende (24:38). „So dürfen wir uns nicht präsentieren“, urteilte Trainer Gerry Weiss, der seine Spielerinnen schnell in die Kabine bat. „Ich bin total enttäuscht, und das habe ich dem Team auch gesagt.“
Bei den Gästen lief von Beginn an wenig zusammen. Der Angriff agierte druck- und ideenlos. Spielerisch sah Bad Wildungen keinen Stich gegen die aggressive Deckung um Mittelfrau Martina Halasova. Die HSG suchte fast nie konsequent die Lücken in der Mainzlarer Defensive, agierte vor allem in der Halbdistanz, nahm sich haufenweise unvorbereitete und harmlose Würfe.
Bei Bad Wildungen machten sich in der zweiten Hälfte teilweise zeitweise Auflösungserscheinungen bemerkbar – wirkliche Gegenwehr war kaum zu bemerken. „Wir haben heute keine Ordnung gehabt, keine Aggressivität. Es hat an so vielen Sachen gemangelt, dass das Ergebnis gerecht ist“, sagte Weiss.
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