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Wurzeln von Margaretha von Waldeck reichen nach Emden in Ostfriesland

Schneewittchens blonde Locke

Bad Wildungen. Wildunger Märchengeschichte, die schöne Margaretha von Waldeck und eine Hochzeit auf der Emdener Burg – Wurzeln der Märchenfigur „Schneewittchen“ reichen von Waldeck nach Ostfriesland. Gudrun Dekker-Schwichow und Eckhard Sander haben Daten und Fakten zur historischen Vorlage der Märchenfigur zusammengetragen.

Die jungen Gräfinnen, von links „Frewlein Elisabet, Frewlein Margaretha, Frewlein Annastasia“. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Fürsten von Waldeck.

© Eckhard Sander

Das Märchen „Schneewittchen“, niederdeutsch „Sneewittchen“, ist bekannt wie kaum ein anderes und in ganz Europa verbreitet. Durch das niederdeutsche Verb „wittchen“ („weißen“) wird das Hauptkennzeichen, nämlich die helle Porzellanhaut der Märchenfigur, verstärkt.
Heimatforscher Eckhard Sander aus Borken im Schwalm-Eder-Kreis trug Daten und Fakten zusammen, die nicht nur im „Schneewittchendorf Bergfreiheit“ aufhorchen ließen.

Er entdeckte im Stadtarchiv von Bad Wildungen Dokumente aus dem 16. Jahrhundert, darunter eines über „Fräulein Margaretha von Waldeck“ (* 1533 † 15. März 1554 in Brüssel), die wegen ihrer Schönheit weithin bekannt war. Sie gilt als  historisches Vorbild für das Märchen „Schneewittchen“. Der Vater schickte die damals 16-Jährige Margaretha im Jahr 1549 an den kaiserlichen Hof in Brüssel, wo das Mädchen Ehrenjungfer bei Königin Maria von Böhmen und Ungarn war und in der Residenz von Karl V. in die Gesellschaft eingeführt wurde.

Am kaiserlichen Hof der Habsburger mit einem 150-köpfigen Hofstaat lernte Margaretha Prinzen aus dem Hochadel kennen und wurde umworben, unter anderem von dem spanischen Thronfolger Philipp II. (1527–1598), einziger legitimer Sohn des Habsburger-Kaisers Karl V. Das deutsche Hoffräulein soll nicht nur Gunstbeweise, sondern auch viele Gulden entgegengenommen haben. Ihre Minnedienste waren Kaiser und Generalstatthalterin ein Dorn im Auge. Als dann Gerüchte kursierten, Kronprinz Phillip hege ernstere Absichten, erkrankte die junge Schönheit. In Briefen berichtet Margaretha über ihre sich immer mehr verschlechternde Gesundheit. 1551 besuchte sie noch einmal ihren Vater. 

Unter mysteriösen Umständen starb Margaretha dann mit nur 21 Jahren am 15. März 1554 einen langsamen Tod. Ob sie vergiftet wurde, ist bis heute nicht bewiesen. Heimatforscher Eckhard Sander geht davon aus. Wo sie beerdigt wurde, ist nicht bekannt, möglicherweise in dem Franziskanerkloster, der Begräbnisstätte des kaiserlichen Brüsseler Palais in der dortigen Oberstadt.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Dienstag, 10. Januar


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