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Korbach

Waschbären entdecken die Kreisstadt

Korbach (tk). Sie pflücken Erdbeeren und Kirschen, schlitzen auf der Suche nach Essbarem auch mal einen Sack mit Blumenerde auf oder fummeln an den Sicherungen verschlossener Katzenklappen herum. Der Stadtrand ist Waschbärs Schlaraffenland.

„Gib‘ mir fünf!“ Waschbären sind ständig auf Nahrungssuche. In den Gärten und Häusern am Stadtrand finden sie die Leckerbissen häufig abholbereit vor.Foto: Archiv

„Seit einigen Wochen wird mein Haus von Waschbären besucht“, schildert Christel Irle die Situation, die sie mittlerweile an einen „Belagerungszustand“ erinnert. Zu Gesicht bekommen hat sie die „Vorstadt-Rowdies“ noch nicht. Die ungebetenen Gäste hinterließen im Haus am Fischerweg jedoch eindeutige Spuren. Eines Morgens waren nämlich die Schalen im Flur, in denen die 79-Jährige ihren vier Katzen Futter und Milch serviert, komplett leergefressen. Offenbar hatte ein besonders vorwitziger Angehöriger eines Waschbär-Clans ausgekundschaftet, ob sich ein Familienausflug durch die Katzenklappe in der Kellertür lohnt. Ein paar Tage später schreckt Christel Irle nachts aus dem Schlaf auf: „Etwa gegen ein Uhr hörte ich Getrampel in der Diele. Zwei meiner Katzen kamen ins Schlafzimmer gerannt und suchten offensichtlich Schutz. Ich stand auf und ging laut schimpfend die Treppe hinunter. Die Tiere hatten mich offenbar gehört, denn als ich das Licht einschaltete, waren sie verschwunden“, berichtet Christel Irle. Weitere Spuren der auf-dringlichen Besucher entdeckte sie im Garten. Dort hatten die graumelierten Gourmands in einem etwas verwilderten Staudenbeet Walderdbeeren gepflückt. Auf der Suche nach dem Hauptgang meinten die Tiere dann auf der Terrasse fündig geworden zu sein. Von der selbst für sie schwerverdaulichen Blumenerde ließen die „Stadtschleicher“ dann aber doch die Finger, mit denen sie den Plastiksack zuvor geschickt aufgerissen hatten. Anfangs sehr zum Leidwesen ihrer Katzen verhängte Christel Irle daraufhin eine nächtliche Ausgangssperre. Der vom Hersteller eingebaute Sicherungsmechanismus der Katzenklappe forderte die kleinen, feinmotorisch talentierten Panzerknacker allerdings erst recht 
heraus. Als Christel Irle feststellte, dass die Waschbären beinahe die Drahtklammer an der Außenseite der Klappe aufgekriegt hätten, ließ sie sich von einem Bekannten ein Holzbrett anfertigen. Das versperrt nun waschbärensicher den Zugang.
Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Samstag, 10. Juli 2010.


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