So richtig freuen wollte sich Natalia Kuhn über ihre Auszeichnung nicht. Schließlich sei es ein trauriger Anlass. Auch für Jochen Weisheit (l.) gab es Lob von Staatssekretär Dirk Metz (2.v.l.), Bürgermeister Plünnecke (2.v.r.) und Wilhelm Kirsch (r.), den die Aselerin aus dem Wasser gerettet hatte. Auch ihre beiden Töchter Alexandra und Isabella nahmen an der Feierstunde teil. Foto: Demski
Nein, den Orden wolle sie künftig nicht öffentlich tragen. Schließlich sei es kein fröhlicher Anlass, an den er erinnere. So recht wollte sich Natalia Kuhn dann auch nicht über die Auszeichnung freuen, die sie gestern von Staatssekretär Dirk Metz bekam. „Einen Menschen konnte ich retten, ein anderer ist im See gestorben“, erinnerte die zweifache Mutter aus Asel-Süd an jenen dramatischen Tag im Januar. Da gebe es keinen Grund zum Feiern. Und doch überreichte ihr Staatssekretär Dirk Metz am Freitag in Herzhausen die Hessische Rettungsmedaille. „Denn Sie haben Mut und Mitmenschlichkeit bewiesen“, betonte er. Genau vor vier Monaten hatte die zweifache Mutter von ihrem Haus in Asel-Süd beobachtet, wie unter zwei Anglern das Eis nachgab. Sie hatte nicht gezögert, war zum Edersee gelaufen und hatte einen der Angler retten können (wir berichteten). Wilhelm Kirsch verdankt der jungen Aselerin sein Leben, sein Bekannter starb im Wasser. Gemeinsam mit seiner Frau war Wilhelm Kirsch zur Ehrung gekommen und hatte Blumen mitgebracht. Vieler Worte bedurfte es zwischen den beiden nicht. „Wir haben uns in den schlimmen Wochen nach dem Unglück gegenseitig gestärkt“, erzählte Natalia Kuhn. Lange hätten sie beide gebraucht, um den Tag einigermaßen zu verarbeiten. Die Geschehnisse aber würden weiter ihrer beider Leben prägen.
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