Hör mal, wer da hämmert: Jochen Bischoff hat sich bereits seine Werkstatt im Wohnhaus (links) eingerichtet. Helga Wagner möchte später einen kleinen Laden im „Spicher“ (hinten) eröffnen. Winterfest präsentiert sich das Fachwerkhaus bereits, jetzt stehen die Innenarbeiten an. Das Ehepaar freut sich, dass es in Sachsenberg ein neues Zuhause gefunden hat.Foto: Dennis Schmidt
Eng schlängelt sich die alte, knarzende Treppe in den ersten Stock. Leicht gebückt drängt Helga Wagner vorwärts, taucht durch die Tür und steht in dem ersten fertigen Zimmer. Wände im akkuraten 90-Grad-Winkel und perfekt ebene Bodenbeläge sucht der Gast hier vergebens. Der „Spicher“ ist alt, sehr alt. 224 Jahre, um genau zu sein. Was Zimmermänner und Dachdecker in der Zeit kurz vor der Französischen Revolution schufen, bewahren heute Helga Wagner und ihr Mann Jochen Bischoff. Mit viel Eigenleistung und einer Menge Ideen rücken sie dem alten Baukörper an die Substanz und machen ihn fit fürs 21. Jahrhundert. Die beiden Häuslesanierer stammen nicht aus der Gegend. Im Internet sahen die Diplom-Pädagogin und der ehemalige Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt ein Bild vom „Spicher“ und dem Nebenhaus. „Was? So was gibt es?“, konnte die 55-Jährige ihr Glück kaum fassen und packte kurz nach dem ersten Blick bereits seelisch die Koffer. „Ich hatte ein Fachwerkhaus ohne weiteres Grundstück gesucht“, erinnert sich Helga Wagner an die Zeit vor drei Jahren. Ihr kleines „Notbüro“ samt Schlafgelegenheit haben die beiden inzwischen fertig. Auf 20 Quadratmetern findet das komplette Familienleben statt. Nebenan sind Dusche und Toilette ebenfalls benutzbar. Das war’s. Ein wenig Leidensfähigkeit beim eigenständigen Umbau gehört eben dazu.
Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ-Ausgabe vom Samstag, 16. Oktober 2010.
Einmal quer durch den kalten Bodensee, ohne Neoprenanzug und ohne Pause: Der Plan des Extremschwimmers Bruno Dobelmann ist nach knapp der Hälfte der Strecke gescheitert. Als „tiefgekühltes Fischstäbchen“ bezeichnet ihn nun sein Manager. mehr