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Gemeindeglieder in Eppe sammeln 860 Unterschriften gegen Pfarrstellenkürzung

Kirchenvorstand: Pfarrstelle erhalten

Im Januar 2013 soll die verbleibende halbe Pfarrstelle in Eppe aufgelöst werden. Das hat der Kirchenkreis bereits 2009 beschlossen. Der Kirchenvorstand in Eppe setzt sich nun vehement für das Bleiben von Familie Grenz ein.
 
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Barbara und Reinhard Grenz wollen in Eppe bleiben.

© Demski

Korbach-Eppe. Insgesamt 860 Unterschriften haben die Gemeindeglieder aus Eppe, Hillershausen und Nieder-Schleidern in den vergangenen Wochen gesammelt. Damit wollen sie die Kirchenleitung überzeugen, ihre verbleibende halbe Pfarrstelle nicht zum 1. Januar 2013 aufzulösen. „Wir brauchen einen Pfarrer bei uns im Ort“, sagt Helmut Böhmer vom Kirchenvorstand. Und damit meint der Kirchenälteste nicht irgendeinen Pfarrer, sondern Barbara Grenz und Ehemann Reinhard.

Zwei Jahre lang war Eppe ohne eigenen evangelischen Pfarrer gewesen, bevor das Theologenehepaar 1991 in den kleinen Ort kam. Die Stelle sei damals kombiniert gewesen, erklärt Reinhard Grenz – die halbe Gemeindepfarrstelle besetzte seine Frau, während er selbst Studienleiter im Pädagogisch-Theologischen Institut (PTI) in Kassel wurde. 18 Jahre lang arbeite das Pfarrerehepaar in dieser Konstellation, bis die Landeskirche 2009 beschloss, die Stelle zu teilen. Reinhard Grenz blieb aber im PTI, seine Frau behielt die halbe Pfarrstelle in Eppe. Und eben diese halbe Pfarrstelle will die Gemeinde nun nicht aufgeben.

„Die Synode hat aber schon vor drei Jahren beschlossen, dass die halbe Pfarrstelle 2013 gestrichen wird“, erklärt Eva Brinke-Kriebel, Dekanin im Kirchenkreis des Eisenberges, „das wurde damals auch so kommuniziert.“
Grundlage für diese Entscheidung sei das Pfarrstellenbemessungssystem. Dabei werden Punkte für Gemeindegliederzahl, Predigtstellen, Flächengröße, Anzahl der Kasualien, der kirchlichen Kindergärten, Altenheime und Krankenhäuser vergeben. Bei 232 Gemeindegliedern bekommt Eppe 31 Punkte. „Für eine halbe Stelle sind aber mindestens 40 Punkte notwendig“, erklärt Eva Brinke-Kriebel.

Zum Vergleich: Pfarrer in anderen Gemeinden seien für 2300 bis 2500 Gemeindeglieder verantwortlich.
Der Entscheidung gegen die Pfarrstelle in Eppe war eine zweijährige Beratungsphase vorangegangen. „Damals hat sich die Mehrheit für diesen Weg entschieden“, berichtet die Dekanin. Mit der Qualität der Arbeit von Barbara und Reinhard Grenz habe diese Entscheidung nichts zu tun gehabt. „Sie haben sehr wertvolle Arbeit geleistet“, sagt Eva Brinke-Kriebel. Deshalb falle den Menschen in Eppe auch der Abschied so schwer. Der Kirchenkreis muss bis 2017 insgesamt 2,5 Pfarrstellen abbauen.
Eine Gemeindeversammlung mit Kirchenverwaltungsoberrat Günther Dreisbach (Landeskirche) und Dekanin Eva Brinke-Kriebel beginnt Sonntag um 17 Uhr in der Kirche in Eppe.

Mehr lesen Sie in der WLZ  vom Donnerstag, 23. Februar


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