Die ersten Bodenproben wurden im Dezember 2009 entnommen. Foto: Archiv
Korbachs Boden steht seit Dezember unter Dauerbeobachtung: Alle drei Jahre wird das Erdreich im Wasserschutzgebiet Teichmühle/Pe-
pölterkopf auf Schadstoffe überprüft. Die Ergebnisse der ersten Probenentnahme stellte gestern Dr. Matthias Peter vom Ingenieurbüro für Boden- und Grundwasserschutz „Schnittstelle Boden“ aus Ober-Mörlen vor: „Es gibt keinen Anlass zur Besorgnis“, sagte Peter.
Die an sechs Stellen entnommenen Bodenproben wurden auf über 100 organische Schadstoffe wie Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Polychlorierte Biphenyle (PCB), Dioxine und Pflanzenschutzmittelwirkstoffe sowie auf anorganische Schadstoffe, insbesondere Schwermetalle, untersucht. Außerdem wurden pH-Wert, Humusgehalt, Bodenfeuchte und die im Boden verfügbaren Nährstoffe analysiert.
Die Ergebnisse der Untersuchungen hätten im Bereich der organischen Schadstoffe keinerlei Überschreitungen der Grenzwerte gezeigt, erklärte der Ingenieur. Die gemessenen Gehalte im Boden seien demnach als unbedenklich einzustufen und entsprächen den im Allgemeinen gefundenen Gehalten in Böden, so Peter.
Anders bei den Schwermetallen: Mit Ausnahme einer Probe wurden auf allen Flächen die sogenannten Vorsorgewerte für Blei, Kupfer, Nickel und Zink überschritten. Bei den Vorsorgewerten handelt es sich um vergleichsweise niedrige Werte, wie sie etwa in natürlichen, nicht verunreinigten Böden zu erwarten sind. Werden sie überschritten, sind Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen, um zu verhindern, dass sich weitere Schadstoffe anreichern.
Oft sind hohe Vorsorgewerte aber naturbedingt, so auch im Fall Korbach: Alle Standorte mit hohen Werten haben Zechstein im Untergrund. „Im Plattendolomit des Zechsteins finden sich Ablagerungen von Kupfermergel sowie als Begleiterze Bleierze, Silber- und Zinkerze, die die erhöhten Schwermetallwerte für Kupfer, Blei und Zink erklären“, so Peter. Insgesamt seien die Schwermetallgehalte als natürlich bedingt und unbedenklich einzustufen. Die Quecksilberwerte bewegten sich entlang der Nachweisgrenze.
In erster Linie sollen die von der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) finanzierten Bodenuntersuchungen helfen, die Trinkwasserqualität langfristig zu sichern. Darüber hinaus haben sie den praktischen Nebeneffekt, möglichen Schadstoffbelastungen durch das Müllheizkraftwerk auf die Spur zu kommen. Das Gebiet zwischen Korbach und Berndorf liegt aus Sicht der Kreisstadt in der Hauptwindrichtung.
„Wir wollen und brauchen die Kontrolle“, sagte Bürgermeister Klaus Friedrich bei der Vorstellung der Zahlen. Die Ergebnisse der ersten Bodenproben bildeten eine solide Basis, so Friedrich. Rückschlüsse, ob die Schadstoffwerte emissionsbedingt seien, ließen sich indes noch nicht ziehen, machte Peter deutlich: „Wir haben jetzt nur den Status quo.“ Erst bei der Folgeuntersuchung in drei Jahren ließen sich Veränderungen feststellen, die dann auf Emissionen zurückzuführen seien.
Die Kosten der Untersuchung liegen bei 10 000 Euro. Die nächste Probenentnahme im Rahmen der „Bodendauerbeobachtung“ fällt 2012 mit der nächsten Flechtenuntersuchung im Stadtgebiet zusammen.
Weitere Informationen finden Sie im Download:
Eine Klage will er vermeiden, die angebotene Pauschal-Entschädigung von 11.000 Euro hält er aber nicht in jedem Fall für angemessen: Anwalt Andreas Widmann vertritt deutsche Passagiere des Kreuzfahrtschiffs, das vor einem Monat in Italien verunglückte. mehr
Kommentare
Element-Gehalte Karl Müller – 04.03.10
Hallo Frau Sopot,die reinen E-Gehalte können Sie sowieso vergessen!
Toxikologisch relevant sind die bioverfügbaren bzw. mobilisierbaren Anteile. Nur darüber kann die benutzte Untersuchungstechnik so keinen Aufschluss geben.
MfG Karl Müller Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Bodenproben Barbara Sopott – 04.03.10
Ich habe mir die PDF-Datei mit den Analyseergebnissen angeschaut. Wo sind eigentlich die Werte der 6. Bodenproben? Will man uns die nicht zeigen oder darf man diese nicht der Bevölkerung kund tun?Warum werden nur alle 3 Jahre diese Bodenproben entnommen? Hier versucht man wirklich mit geringstem Einsatz die Bevölkerung in Sicherheit zu wiegen. Warum gehen die Politiker nicht mit aller Konsequenz gegen die bescheidene Filterung des Müllheizkraftwerkes an? Selbst in Mannheim hat die gleiche Firma bessere Filter eingebaut - und dort ist kein Wasserschutzgebiet. So leichtfertig gehen hier die Stadtväter und Kreistagsmitglieder mit der Gesundheit der Bevölkerung um! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Bodenproben usw. Provinzgegener – 03.03.10
Vollkommen Recht haben Sie Herr Müller!Mit den dummen Leuten in der Provinz kann man es doch machen
und da das faktisch so ist, wird es auch hier in dieser Gegend, alles stets so bleiben, wie es die sogen. Macher gerne haben möchten.
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Überinterpretation unqualifizierter Analysen Karl Müller – 03.03.10
aufgrund des vorgelegten Analysenbefundes ist die Feststellung:"Es gibt keinen Anlass zur Besorgnis" so nicht haltbar, es bleibt Spekulation!Grundsätzlich ist dazu festzustellen:
1. Zeitpunkt-Proben geben, dichteabhängig, keine Auskunft über die Schadstoffmobilität im Boden bzw. deren Infiltration ins GW.
2. Bereits wegmobilisierte Schadstoffe können so natürlich nicht dokumentiert werden.
3. Die geogenen Vorkommen aus der Cu,Pb,Zn-Assotiation sind altbekannt; Indikatorelement wäre für die betroffene Fläche aber Sr gewesen.
4. Über die Bioverfügbarkeit der Schwermetalle ist eine Aussage nur mit einer Phasenanalyse möglich, Elementbestimmungen allein sind dafür untauglich.
5. Ohne geeignete Screening-Verfahren handelt es sich nicht um eine ergebnisoffene Untersuchung.
6. Dieser "Untersuchungsaufwand" ist fachlich weder konzeptionell noch inhaltlich geeignet das in Frage kommende Schadstoffspektrum sowie dessen Ausbreitung zu erfassen; von den U-Intervallen ganz zu schweigen.
Aber mit der dummen Provinz kann man das ja machen; dort freut sich sogar noch jeder, wenn nur wenig Geld investiert wurde.......
MfG Karl Müller Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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