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Korbach

Glorreiche Halunken und ihre Rituale

Korbach - Strothe (ahi). Landwirt Walter Riedler hatte wieder seine alte Scheune leer geräumt für die alljährliche Rocknacht. Zum dritten Mal machten am Wochenende die „Glorreichen Halunken“ Station in der Strother Rockscheune mit ihrem Querschnitt durch das Schaffen der Böhsen Onkelz.

Tänzchen mit dem Mikrofonständer – Marco Voigt von den „Glorreichen Halunken“.

© Hennig

„Es spricht sich herum, wie gut es hier ist“, freut sich der rockbegeisterte Landwirt über steigenden Zuspruch beim Publikum, das über Mund-zu-Mund-Propaganda wächst: „Und viele, die schon mal hier waren, bringen ihre Freunde mit. Vergangenes Jahr waren zwei aus Dortmund hier, dieses Jahr sind es vier!“, nennt er ein Beispiel für den Zuwachs durch persönliche Empfehlung. An der Rampe tanzen dagegen aus den Vorjahren vertraute Gesichter und erfahrene Fans, die sich bei „Reich mir die Hände“ den obligatorischen Handschlag bei Sänger Marco Voigt abholen, jedes Wort bei „Terpentin“ mitsingen oder wild wirbelnde Pogo-Kreisel bilden.

Selbstbewusste Kampfansagen, selbstironische Standortbestimmungen und unter die Haut gehende Beziehungsballaden hat das Quartett aus dem sächsischen Zeitz zu einem abwechslungsreichen Programm gemixt. Die beste Onkelz-Coverband ist also nicht mehr konstant auf ein und demselben Tempo unterwegs, und auch die eingefleischten Fans haben sich weiterentwickelt und setzen die Höhepunkte ihrer Lieblingslieder regelrecht in Szene. Auf der Bühne ist Marco Voigt nicht mehr der Zappelphilipp früherer Jahre und spult sein Pensum gelassener ab, auch beim Tänzchen mit dem Mikrofonständer – dreieinhalb Stunden Programm müssen schließlich auch bewältigt werden. Bei der Vorgruppe Folxpunk, die eigentlich mit thematisch ähnlich gegliederten Songs zwei Stunden musikalisch vorglühen sollte, war schon zur Halbzeit der Akku leer.

Volle Hardrockglückseligkeit bis weit nach Mitternacht gab es am ersten Abend mit Firecake. Der „Heavy Metal Thunder“ beschränkte sich bei dem Wildunger Quintett zwar auf die obligatorische Zeile in „Born to be wild“, dafür bildeten von der Hammondorgel befeuerte oder gesteuerte Bands wie Deep Purple oder Uriah Heep das Rückgrat der insgesamt drei Sets mit etlichen ausgespielten Longsongs wie der ausführlichen Version von „In-a-gadda-davida“ (Iron Butterfly) mit einem Drumsolo von Todor Akimoff.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Dienstag, 23. August


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